Das Denkfabrikat Das Denkfabrikat http://www.denkfabrikat.net/style/menu/df_logo.png http://www.denkfabrikat.net Wir publizieren ehrliche Worte für eine kritische Leserschaft http://www.denkfabrikat.net Zehn Konzerte für Wien [Zum Artikel]
Mit ein Grund, warum ich mich vor fast fünf Jahren für ein Studium in Wien entschied, war die hohe Dichte an Konzerten vor allem im Rock/Alternative Bereich. Nachdem das Frühjahr bis auf wenige Ausnahmen recht ruhig verlief, wartet der Herbst erneut mit vielen guten Terminen auf. Besonders an Wien sind aber auch die Veranstaltungsorte. Ob SzeneB72Chelsea oder die kleine Arenahalle, gerade die Unmittelbarkeit zu den Bands sorgt immer wieder für unvergessliche Momente. Bei der Recherche habe ich gut 40 Konzerte in eine engere Liste aufgenommen und daraus die zehn für mich wichtigsten Konzerte ausgewählt.

1. The Sword - 17.11. (Szene Wien)

2. Tortoise - 21.11. (WUK)

3. Godspeed You! Black Emperor - 25.1. (Arena)

4. Wilco - 23.9. (Gasometer)

5. Omar Rodriguez Lopez Quintett - 25.11. (Arena)

6. Grinderman - 10.10. (Gasometer)

7. The Dillinger Escape Plan - 12.10. (Szene Wien)

8. Get Well Soon u. Menomena - 23.11. (Arena)

9. Helmet - 27.11. (Szene Wien)

10. This Will Destroy You - 11.10. (B72)

Jetzt seid ihr an der Reihe. Welche wichtigen Konzert habe ich schändlicherweise nicht mit in die Liste aufgenommen? Auf eure Kommentare und Anregungen bin ich sehr gespannt. 

hinzugefügt 02.09.2010 um 01:37 von reiner

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http://www.denkfabrikat.net/artikel/zehn-konzerte-fuer-wien
Ahoi: Piratenpartei Wien [Zum Artikel] Um bei der Wienwahl im Oktober auf den Stimmzetteln aufzuscheinen, braucht die Piratenpartei noch UnterstützerInnen. Wir sind spät dran.

Die Piratenpartei Österreichs tritt für die Ziele der internationalen Piratenbewegung ein. Piraten stehen für Freiheit und Gleichheit aller Menschen, für Transparenz in Politik und Staat, für eine bürgernahe Verwaltung und sind gegen Lobbyismus, Überwachungsstaat und Zensur. (Quelle: Piratenpartei Wien)
"Pro Bezirk werden mehr als 50 Stimmen benötigt, um auf den Bezirkszettel zu kommen. Mehr als 100 pro Wahlkreis werden gebraucht, um auf den Gemeinderatswahlzettel vertreten zu sein." (Quelle: derstandard.at)

Noch heute und morgen kann man die Unterstützungserklärung abgeben, alle müssen bis zum 2. September auf dem Postweg eingelangt sein.


Piraten stehen für:
Politik auf Basis der Menschen- und Bürgerrechte!
Schutz des Datenschutzes!
Recht auf Anonymität!
Mehr Privatsphäre!
Modernes Urheberrecht!
Transparente und nachvollziehbare Politik!


Heute (30. August) gibt es einen Infostand bei der U-Bahnstation Pilgramgasse in Wien.

Arrrr.

hinzugefügt 30.08.2010 um 15:45 von klausmoped

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http://www.denkfabrikat.net/artikel/ahoi-piratenpartei-wien
sinn:frei #2 Pratersauna [Zum Artikel]


Etwas verspätet, aber immerhin. Fotos von Robert Fritz.



groovekracker und Der Eindimensionale Raum


LIVE


Pratersauna


Der Eindimensionale Raum


Der Effekt




groovekracker (Pfefferminz & Gru) und Tobias Wark


Discomaster Console


Danke Benjamin!



Mehr Fotos: facebook.com/denkfabrikat

Weiter geht's am 22. Oktober @ The Loft Vienna


hinzugefügt 25.08.2010 um 12:13 von klausmoped

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http://www.denkfabrikat.net/artikel/sinnfrei-2-pratersauna2
Zeitung statt Heroin [Zum Artikel] Ein kleiner Zeitungsladen in der Unterführung am Karlsplatz. Üblicherweise so rasch und unter so wenig Augenkontakt wie möglich von einem U-Bahnabgang zum anderen gehetzt. Doch heute Morgen mal ein wenig Zeit gelassen, und Zeitungsständer mit bunter Auswahl an internationalem Printneuigkeiten entdeckt. Erst im Laden selbst den Schatz gesichtet, entpuppte sich der unscheinbare Zeitungsverkäufer doch als Magazinliebhaber. Schliefen da nicht nebeneinander Dazed&Confused, Palais Magazine, Novum, Blonde, Blend, Fantom, DAMno25, Vogue Italia, Wired, und noch viele mehr. Welch Überraschung. Ein kleiner Morawa zwischen Taschengeschäften und Polizeipatrouillen. Der Name: Internationale Zeitschriften, die Adresse: Karlsplatzpassage Lokal 14, Homepage gibt's nicht, E-mail auch nicht. Also einfach nicht den Blick zu Boden senken, wenn man das nächste Mal durch die Passage sprintet.

cyaL

hinzugefügt 23.08.2010 um 16:48 von Laura

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http://www.denkfabrikat.net/artikel/zeitung-statt-heroin
Viennale kommt [Zum Artikel] ...so früh am Morgen hat sich Mademoiselle L. noch nie aufs Badeschiff begeben. Sanft schaukelt der ehemalige Partykahn im Sonnenschein des noch jungen Tages. Nicht die Treppen hinabgestiegen, sondern zum Pressegespräch der Viennale geladen. Traditionell einige Wochen vor der Hauptpressekonferenz gibt Herr Hurch, Direktor des Filmfestivals, den Journalisten ein wenig Einblick ins Geschehen.

Seit 1960 sei man frei und uneingeschränkt - 50-jähriges Jubiläum des internationalen Filmfestes wird gefeiert. Der Komödie, die das Absurde, Komische, Abgründige und die politische Unkorrektheit frivol widerspiegelt, werde besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Über 130 Filme werden gezeigt. Unter den Tributes: eines an den amerikanischen Kultregisseur Larry Cohen, der sich nie in ein Genre zwängen ließ. Sieht man Tarantinos Werke, so liest man Cohen heraus. Ein wenig gedulden müssen wir uns allerdings noch. Eröffnet wird am 21. Oktober, aber nicht vergessen, am 3. November ist's auch schon wieder vorbei.

cya L.

hinzugefügt 20.08.2010 um 19:53 von Laura

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http://www.denkfabrikat.net/artikel/viennale-kommt
Rasender Wahn [Zum Artikel]
Konzertbericht: 
Converge, Kylesa, Gaza und Kvelertak in der Arena Wien am 12.08.2010


Converge steht wie keine andere Band für zügellose, musikalische Aggression frei von jedem Pathos und aufgesetzter Wut. Alben wie "Jane Doe", "You Fail Me" und "No Heroes" haben die Spielart modernen Hardcores durch die Hinzunahme von Elementen des Metals und Grindcores maßgeblich beeinflusst. Während viele Szenegrößen es sich nur allzu bequem im Korsett der immergleichen Breakdowns und Sing-A- Longs machten gelang es Converge sich  auf ihrem neuen Album "Axe to Fall" den einfacheren Spielarten des Metals anzunähern, dabei aber versierter und reifer als je zuvor zu klingen. Die Freude war demnach groß als die Band im Frühjahr ihre Pläne einer europaweiten Tournee verkündeten.

Reiner Kapeller und Tobias Wark waren für das Denkfabrikat vor Ort. Als Schreiber, in erster Linie aber als Fans einer der großartigsten Bands des Genres.
Reporter ohne Grenzen: Reiner Kapeller macht Bekanntschaft mit 3 Crustpunk-Nieten.

Den Auftakt machten Kvelertak aus Norwegen, die sich mit ihrer bierseeligen Interpretation von Schweinerock gepaart mit Black Metal und nordischer Folklore zumindest bei der Ottakringer Fraktion in den ersten Reihen einige Freunde machten. 

Mit Gaza stand nun die eigentliche Überraschung des Abends in Haus. Die aus Utah stammende Band schaffte es eine derart hypnotischen und brutalen Klang zu kreieren, der einen trotz seiner vetrackten Spielweise nicht mehr los lies. Schleppende, doomlastige Gitarren paarten sich mit hektischem Schlagzeug und dem tiefen, markerschütternden Lauten des Sängers. Die Intensität der Musik steigerte sich zunehmend und gipfelte in einer wahrhaftigen Noise Orgie am Ende des Auftritts inklusive fliegender Gitarre. Zurück blieben vier völlig erschöpfte Musiker und halboffene Münder im Publikum. Beeindruckend.

Gaza - How it is, How it is going to be

Während bei Gaza auf Grund ihres (noch) Untergrundstatus den Überraschungseffekt auf ihrer Seite hatten, wurde der Auftritt von Kylesa an der Live Umsetzung ihrer vier Studioalben gemessen. Rein optisch hob sich die Band alleine schon vom Einsatz zweier Schlagzeuger vom Rest des Trosses ab. Auf CD gepresst mag man das doppelte Schlagwerk fast kaum vernehmen, live aber wirkt das Zusammenspiel sehr druckvoll und durchbricht das oftmals psychedelische Gitarrenspiel im rechten Augenblick. Kylesa beweisen live, dass sie zurecht mit Bands wie Baroness und Mastodon zur Speerspitze einer Musikgattung gehören, die sich ihre Inspirationen bei Bands des klassischen Heavy Metal ebenso wie bei Converge holen.

Eine letzte kurze Umbaupause folgt. Viele eilen an die frische Luft und verpassen das kurze verzerrte Spiel der Gitarre gefolgt von dem ungeraden Takt des Schlagzeugs. Der Moshpit öffnet sich und Converges "Concubine" pflügt über das Publikum hinweg. Kein Intro, keine Ansage. Was in der Albumversion wie die Vertonung eines Blutrausches klingt, entwickelt sich live zum rasenden Wahn. Nach einer Minute und zwanzig Sekunden endet das Lied und "Dark Horse", der Opener des aktuellen Albums ertönt. Das Schlagzeug drischt unbarmherzig nach Vorne, die Gitarre setzt ein und die Umwelt verkommt zu einem Knäuel aus Fäusten und fliegenden Beinen. Sänger Jacob Bannon schnappt sich immer wieder Fans aus der ersten Reihe und schreit ihnen die Textzeilen ins Gesicht. Hier geht es nicht um musikalische Perfektion oder ausgeklügelte Bühnenshows. Converge lebt von der Authentizität die ihr Frontmann verkörpert. Wie ein vom Teufel Getriebener hetzt er über die Bühne und leitet mit hektischen Gesten und Handbewegungen, Bass-, Schlagzeug- und Gitarreneinsätze ein. 


Converge - Concubine

Mitten in "Homewrecker" stürmen die Norweger von Kvelertak nackt die Bühne und geben der unglaublichen Intensität des Converge Auftritts für einen Moment eine ironische Note. Die Band, davon völlig unbeirrt, prügelt weiter durch ihr Set, lässt dabei aber auch Raum für eine langsamere Nummern ("Worms Will Feed/Rats Will Feast"). Am Ende dieser knappen Stunde haben Converge 18 Songs gespielt. Ein heiserer Jacob Bannon äußert aufrichtigen Dank, schüttelt Hände und verlässt völlig erschöpft die Bühne. Converge machen seit 20 Jahren Musik. Auf ihre Art.

von Tobias Wark


hinzugefügt 13.08.2010 um 22:31 von tobias

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Tanzmatratze hosted by Denkfabrikat [Zum Artikel]

Wir feiern weiter!

Wer glaubt, Matratzen sind nur zum Schlafen da, der hat noch nie die Tanzmatratze ausprobiert. Wir verlegen unser liebstes Ruhestück in die Vertikale, drehen den Bass rein und sprengen den Federkern.

Das Denkfabrikat feiert die Premiere im RHIZ. Diesmal mit von der Partie sind:

* GRU (Groovekracker, Denkfabrikat)

* PFEFFERMINZ (Groovekracker, Denkfabrikat)

* TOBIAS WARK (Denkfabrikat)

* TELEX (Affenzirkus, Denkfabrikat)



Beste Bedingungen also für einen viskoelastischen Abend erster Güte.


EINTRITT FREI

hinzugefügt 12.08.2010 um 22:59 von klausmoped

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FLUT Zweiter Teil, Folge 11/49 [Zum Artikel] „Verdammte Scheiße!“
Frank Mabus schlug mit der flachen Hand so stark er konnte auf den kleinen Schwarzweiß- Fernseher auf seinen Knien, leider ohne die erhoffte Wirkung. Auf dem mickrigen Bildschirm war weiterhin nicht mehr als ein schattiges Flimmern zu erkennen. Er hatte sich in der Wäschekammer eingeschlossen, damit er seine Ruhe hatte. Schon früher war er hier öfters hergekommen wenn ihn seine Frau und die Kinder zur Weißglut gebracht hatten, aber in letzter Zeit schloss er sich immer öfter ein.

Seit er dieses Kind tot gefahren hatte, hatte sich einiges verändert. Einiges? Auch wenn die Strafanzeige gegen ihn fallen gelassen würde, seinen Job konnte ein für alle mal an den Nagel hängen. Man hatte ihn in erstmal in Urlaub geschickt, aber auch wenn sich die Spedition für die er nun schon fünf Jahre lang gefahren war sich die Sache anders überlegte und ihn zurück in den Dienst beordern würde, war er sich sicher, niemals wieder hinter das Steuer einen Lastwagens zu sitzen. Frank gab dem Fernseher einen weiteren Schlag, diesmal jedoch nicht ganz so fest und das Bild kehrte zurück.
„… seltsames Phänomen. Seit gut zwei Wochen beschäftigen sich die wichtigsten Wissenschaftler der ganzen Welt damit, ohne Ergebnisse. So etwas hat es in der Geschichte der Menschheit bisher nicht gegeben …“
Zuckende Bilder aus der ganzen Welt. London, im Regen. New York, im Regen. Weiter noch nicht ungewöhnlich.
„… viele religiöse Gruppen sprechen von einer kommenden Sintflut mit biblischen ausmaßen…“
Das Taj Mahal, im Regen. Die Pyramiden von Gizeh, im Regen!
„… wie ist so etwas möglich. Am zwölften Juli um 17:31 mitteleuropäische Zeit, begann es auf der ganzen Welt zu regnen. Das ist jetzt genau drei Wochen her…
Die Sahara, ein reißender Fluss, im Regen.
… aber neueste Berichte aus Indien zeigen noch weitere, beunruhigende Erkenntnisse…“
Ein Ghetto in Delhi, im Regen.
…Norbert Eckstein, unser Korrespondent vor Ort zu der eskalierten Situation in der Hauptstadt…“
Es klopfte an die Tür.
„Was ist da? Lasst mich in Ruhe!“
„Telefon für dich“, sagte die immer beschlagene Stimme seiner Frau durch die Wand. Als hätte sie einen Frosch im Hals, und würde sich nie räuspern, dachte Frank.
„…Danke Hermann. Ja, es scheint die Menschen hier würden krank von…“
Wieder verschwand das Bild, der Fernseher gab ein Geräusch von sich wie eine lästige Wespe direkt neben dem Ohr.
„Wer ist es denn?“
„Ich weiß es nicht. Jetzt mach die Tür auf! Was tust du überhaupt da drin.“
„Ich hole mir einen runter und rauche ein paar Joints“, sagte er leise.
„Was hast du gesagt?“
„Nichts!“ Er versetzte dem Fernseher einen letzten Stoß. Für einen kurzen Moment tauchte vor ihm das schwarzweißverzerrte Bild von Leichen auf, die den Ganges hinuntertrieben, dann erlosch es ganz. Frank seufzte, stellte den Fernseher zurück auf den Boden, stand auf und öffnete die Tür.
„Ich habe gesagt, dass ich mir nur in Ruhe die Nachrichten ansehen wollte.“
„Und wozu schließt du dich dazu ein?“
Frank betrachtete seine Frau und in seinem ganzen Leben hatte er noch keinen Menschen so verabscheut.
Sie hatten sich genau vor fünfzehn Jahren kennengelernt. Frank war damals noch kein Lastwagenfahrer gewesen, sie war damals keine entnervte Hausfrau mit kleinen Schildkrötenkopf, Doppelkinn und Zellulitisarsch gewesen. Nein, damals war er gar nichts gewesen, aber zumindest hatte er einen Traum von sich gehabt. Sie war eine Kellnerin, die an seinen Traum geglaubt hatte. Trotzdem fragte er sich in letzter Zeit immer wieder, wie er sich überhaupt in diese Frau hatte verlieben können. Es vielen ihm einfach keine plausiblen Gründe mehr dafür ein.
Selbst wenn er Fotos aus der Zeit betrachtete, in der sie beide glücklich gewesen waren – waren sie glücklich gewesen? – empfand er auch bei großer Anstrengung nicht das geringste Gefühl Nostalgie. Am liebsten hätte er die Zeit umgedreht und alles rückgängig gemacht. Sein ganzes Leben, am besten. Bis das auf den Jungen. Frank schauderte bei dem Gedanken, aber es war wahr.
Den Jungen hätte ich so oder so überfahren, dachte er. Ganz egal was aus meinem Leben geworden wäre. Seine Zeit war einfach abgelaufen, ich war zur Stelle.

Er folgte seiner Frau in das Wohnzimmer. Der Hörer des Telefons lag mit der Sprechmuschel nach oben neben dem Apparat, so, als hätte es immer noch ein Kabel, so, als hätte sie es ihm nicht einfach durch einen Türspalt in die Wäschekammer reichen können!
„Wer ist es?“, fragte er noch einmal. Sie zuckte mit den Achseln und ging in die Küche. Frank sah ihr beim hinausgehen auf den Hintern. In den engen Jeans die sie trug, konnte man den festen Arsch erahnen, der ihn früher so angezogen hatte.
„Hallo“, sagte er gereizt in den Hörer. „Frank Mabus!“
„Hallo Frank“, sagte eine leise Stimme.
„Mit wem spreche ich?“
„Sie kennen mich nicht. Mein Name ist Oskar Belvin.“
„Und was wollen sie … Oskar Belvin?“
„Ich möchte mit ihnen über Esra Dunkel sprechen?“
Frank erstarrte. Der Name hallte in seinem Kopf wieder. Ein bohrendes Echo. Er warf einen schnellen Blick in die Küche. Er konnte seine Frau durch die Durchreiche hindurch sehen, wie sie schmutziges Geschirr in die Spülmaschine räumte. Langsam und bedächtig nahm sie jeden Teller in die Hand, als sei er mehr wert als jedes Lebewesen auf diesem Planeten.
„Sie meinen den Jungen, den ich überfahren habe?“ Er gab sich Mühe so leise zu sprechen, dass ihn seine Frau unmöglich hören konnte.
„Ja“.
„Was haben Sie mit der Sache zu tun? Sind sie von der Polizei?“
„Nein“, sagte die leise Stimme. „Haben Sie einen Augenblick Zeit?“
Wieder sah Frank zu seiner Frau.
„Ja, warten Sie kurz!“
Kurz überlegte er, ob er zurück in die Wäschekammer gehen sollte, hatte dann aber eine bessere Idee. Mit schnellen Schritten durchquerte er den Raum, öffnete die Tür zum Treppenhaus, zögerte für einen Moment und ging dann ohne Licht zu machen hinunter in den Keller. Dort unten würde er seine Ruhe haben, das wusste er. Keiner aus seiner Familie ging gerne hier hinunter und seit es nicht mehr aufhörte zu Regnen, lag der ganze hintere Teil unter Wasser. Letzte Woche hatte Frank mit Hilfe seiner beiden Söhne den ganzen Keller ausgeräumt. Julian war zwölf, Simon erst neun. Beide waren nicht wirklich eine Hilfe gewesen, aber seit die Nachbarn das mit dem toten Kind in der Zeitung gelesen hatten, hatte er keinen von ihnen mehr zu Gesicht bekommen, obwohl sie davor eigentlich gut miteinander ausgekommen waren.
Frank ging in einen der hinteren Räume, schloss die Tür hinter sich und drückte erst dann den Lichtschalter. Die Neonröhren an der staubigen Decke begannen zu summen, tankten auf und erhellten den schmutzigen und nassen Raum Momente später mit kaltem, aber hellem Licht. Irgendwie roch es nach Äpfeln. Das erinnerte ihn an etwas.
„In Ordnung“, sagte er. „Ich bin ganz Ohr. Was haben Sie mir zu sagen? Und ich warne Sie gleich im vorraus, sollte das ein dummer Scherz sein finde ich raus, wo Sie wohnen und prügle Ihnen die Eingeweide raus, versprochen!“
Kurz blieb es still am anderen Ende, aber dann war die leise Stimme wieder zu hören, nicht ganz so klar wie oben im Wohnzimmer, aber trotzdem gut verständlich.
„Nein, keine Angst, so etwas würde ich nicht tun.“
„Dann ist ja gut“, sagte Frank etwas patzig.
„Der Grund für meinen Anruf“,  fuhr die Stimme unbeirrt fort, „ist ein etwas ungewöhnlicher. Es muss sich zugegebenermaßen etwas verrückt für Sie anhören, aber dennoch bitte ich sie mir bis zum Ende zuzuhören. Ich meine wirklich ernst was ich ihnen zu sagen habe. Ist das in Ordnung?“
„Jetzt rücken Sie schon mit der Sprache raus!“, forderte ihn Frank auf, der langsam die Geduld verlor.
„Mir sind ein paar sehr beunruhigende Dinge aufgefallen. Glauben Sie mir, ich würde Ihnen nichts davon erzählen, wenn ich mir nicht absolut sicher wäre, dass es von unabdinglicher Wichtigkeit wäre. Ich kann verstehen, wie hart das für Sie sein muss.“
„Schon gut, erzählen Sie ... Oskar.“
„Esra Dunkel, der blinde Junge den … Sie wissen schon, er war ein Schüler von mir. Der einzige Schüler. Sein Vater hat mich dazu überredet ihn zu unterrichten. Ich bin Pianist müssen Sie wissen. Ich hatte eine Weltkarriere, habe mich dann aber vor ungefähr sieben Jahren zurückgezogen.“
„Hören Sie… ich habe es der Polizei schon gesagt. Der Junge ist mir direkt vor den Laster gelaufen, ich hatte…“
„Ich mache Ihnen keinen Vorwurf. Ich würde Ihnen nur gerne das Stück zeigen, dass er zuletzt bei mir gespielt hat.“
„Ein Stück?“
„Ja, Johann Sebastian Bach. Die Kunst der Fuge, der Contrapunktus I.“
Frank zog misstrauisch die Augenbraun zusammen.
„Ich mach mir nicht viel aus Musik.“
Das Kellerlicht summte, erlosch für einen kurzen Moment und flackerte dann in unregelmäßigen Abständen. Frank versuchte es zu ignorieren.
„Tun Sie es. Geben Sie mir ein paar Sekunden.“
„Also schön.“
Frank hörte wie der Hörer auf einen Tisch gelegt wurde. Dann entfernten sich Schritte und kurz darauf konnte er die Musik hören. Frank erstarrte beim ersten Ton. Auf einen Schlag fiel ihm plötzlich alles wieder ein. Es war das Lied, das seine Großmutter gespielt hatte, als er Großvater in die Scheune gefolgt war. Er hatte davon geträumt. Plötzlich fiel ihm wieder alles ein, was Großvater ihm gezeigt hatte, kurz nachdem er seinen Hamster zerquetscht hatte. Dieses miese alte Scheusal hatte alles gewusst. Aber wie … wie war das möglich?
Die Musik verstummte.
„Erinnern Sie sich.“
Frank nickte. „Wie konnte ich es nur vergessen…?“
„Kennen Sie das Dorf Schattenbach?“
Frank war nicht überrascht.
„Ja.“
„Wie schnell können Sie es schaffen dort zu sein?“
Frank sah auf seine Armbanduhr und antwortete ohne zu überlegen.
„Wenn ich gleich losfahre, brauche ich wahrscheinlich einen halben Tag.“
„Ich wohne im Schmetterlingsgarten 22. Holen Sie mich ab. Ich erwarte Sie in einer Stunde, geht das?“
„Ja, bis gleich.“
Frank legte auf ohne eine Antwort abzuwarten, setzte sich auf den Boden und starrte zu den flackernden Neonröhren hinauf. Wie hatte er das nur vergessen können? So etwas vergaß man doch nicht. Vor ihm tauchte plötzlich das Gesicht des Großvaters auf, ganz nah vor seinem, die große, von Adern durchzogene Nase wenige Millimeter vor seinen Augen. Er konnte den sauren Atem des alten Mann riechen, als wäre er in diesem Moment tatsächlich anwesend.
„Ich werde dir nun etwas zeigen. Du wirst keiner Menschenseele davon erzählen, nicht deiner Großmutter, nicht deinen Eltern und auch sonst niemand, verstanden?“
Frank schauderte, stand auf und ging nach oben, um so schnell wie möglich ein paar Sachen einzupacken. Seine Frau, die ihn mit ängstlichem Blick dabei beobachtete ignorierte er.
 


hinzugefügt 09.08.2010 um 23:03 von Fabian

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FLUT Zweiter Teil, Folge 10/49 [Zum Artikel] Es war, als hätte sie die Tür zu einer anderen, kalten Welt geöffnet. Heulend trieb der Wind eiskalten Regen zu ihr herein. Linda hielt die Hand vors Gesicht und versuchte gleichzeitig draußen etwas zu erkennen. 
Zuerst konnte sie überhaupt nichts sehen, aber dann zeichnete sich dort unten vor ihrem Fenster, einzig erhellt durch das schwache Licht, dass durch die die dicken Vorhänge des Wohnzimmers nach draußen drang, die deutliche Silhouette einer menschlichen Gestalt ab.
Das da unten mag ein Mann sein, aber er kann doch unmöglich…
Die Gestalt trug einen Regenmantel mit Kapuze, die sie sich tief ins Gesicht gezogen hatte. Daran war weiter nichts ungewöhnlich. Aber für den Bruchteil einer Sekunde war es Linda so vor gekommen, als würde sie nicht dort unten stehen, sondern schweben. Wenige Zentimeter über dem Boden, aber trotzdem mit beiden Füßen in der Luft. Menschen konnten nicht schweben – gegen den Wind.
Linda! rief die Gestalt unter ihrem Fenster. Linda dachte, dass die Stimme nur in ihrem Verstand war, obwohl sie sie mit eigenen Ohren zu hören schien. Linda, wie hübsch du bist!
Und in dieser Stimme schwang etwas so Böses, so Schreckliches mit, dass sie auf der Stelle das Fenster zuschlagen wollte … aber sie blieb wie angewurzelt stehen, konnte sich nicht rühren.
Endlich sehen wir uns wieder, ich dachte schon, du wärst mir entkommen…
„Wer bist du?“, flüsterte sie hinaus in den Regen.
Die Gestalt kam näher.
Wir kennen uns gut. Du musst mich hineinlassen.
Trotz ihrer Angst stellte Linda fest, dass sie diese Gestalt hineinlassen wollte. Er war die Antwort auf alle ihre Fragen, das war ihr plötzlich klar. Wir hypnotisiert ging sie einen Schritt nach vorne und steckte den Kopf hinaus. Sie spürte weder die Nässe noch die Kälte. Ihre ganze Aufmerksamkeit gehörte dem Mann, direkt unter ihr. Dass er ein Mann war, konnte sie nun erkennen, obwohl sein Gesicht weiter im Schatten seiner Kapuze verborgen blieb.
Lass mich zu dir herein…
Langsam streckte sie ihre Hand aus.
Was geschehen wäre, wenn es in diesem Augenblick nicht an ihre Zimmertür geklopft hätte, wusste Linda nicht … und sie wollte es auch gar nicht wissen. Aber es klopfte, und die Gestalt direkt unter ihrem Fenster sah auf, und Linda sah ihr Gesicht.
Erschrocken klammerte sie sich am Fenstersims fest, um nicht ohnmächtig zu werden.
Das Gesicht des Mannes hatte tiefe Falten, die Haut war wie Pergament, die Wangen verfault, das Fleisch verwest. Die Haut auf der Stirn war aufgerissen, aber nicht blutig. Tote Lippen grinsten an einem Maul, dessen Zähne scharf und gelb waren. Das Zahnfleisch war runzlig und schwarz. Linda konnte keine Augen sehen, aber etwas funkelte tief in diesen eingefallen schwarzen Löchern.
Lass mich herein Linda…
Wieder klopfte es. Diesmal stärker.
„Linda!“ Das war die Stimme ihres Vaters. Gedämpft drang sie zu ihr durch, wie die Realität in den Traum.
Linda, beeil dich. Du darfst nicht hier sein!
Plötzlich quollen ihr heiße Tränen aus den Augen. Langsam kam der Mann näher. Kam zu ihr herauf, schwebte zu ihr nach oben, seine uralten, versteinerten Fingernägel nach ihr ausgestreckt. Nur noch wenige Zentimeter von ihr entfernt. Sie konnte plötzlich den unangenehm süßlichen Geruch von verschimmelten Zwiebeln riechen und wusste, in wenigen Augenblicken würden sich diese fleischlosen Hände um sie legen.
Du kannst mir nicht entkommen, du kannst dich niemals vor mir verstecken. Komm mit mir mit, gleich, lass mich zu dir herein…
Dann sprang die Tür hinter ihr auf.
„Linda, was tust du denn da?“ Ihr Vater packte sie grob an den Schultern, zog sie vom offenen Fenster weg und schloss es. Dann erst sah er ihr Gesicht.
„Mein Gott!“ Seine Stimme wurde mit einem Mal sanft und besorgt. Sie klang plötzlich genau so, wie damals, als sie krank in ihrem Bett gelegen war.
„Was ist denn los?“
„Da draußen!“, flüsterte sie.
Schnell war ihr Vater am Fenster.
„Was soll da sein.“
„Da steht…“ Sie blickte ihm über die Schulter und war nicht einmal überrascht. Da draußen war niemand. Natürlich. Wie auch? Schwebende Männer gab es nicht!
„Was soll da sein?“
Linda gab ihm keine Antwort. Schluchzend warf sie sich um seinen Hals. In ihrem Kopf hallten die Worte nach, als würden sie ihr eigenes Echo besitzen.
Du kannst mir nicht entkommen, du kannst dich niemals vor mir verstecken.





hinzugefügt 09.08.2010 um 23:01 von Fabian

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http://www.denkfabrikat.net/artikel/flut-zweiter-teil-folge-1049
FLUT Zweiter Teil, Folge 9/49 [Zum Artikel] Es war bitter kalt. Das sollte nicht sein im Hochsommer. Der nun seit drei Wochen andauernde Regen verbarg sich hinter tief hängenden, schwarzen Wolken. Linda konnte ihn nicht sehen, nur hören. Sie stand mit einer Decke um die Schultern am Fenster und sah hinaus. Ihr Zimmer lag direkt unter dem Dach. Der Regen trommelte über ihrem Kopf auf die Schindeln und gegen die kupferne Regenrinne. Mal stärker, mal schwächer, aber kontinuierlich. Linda konnte sich nicht erinnern in ihrem fünfzehnjährigen Leben je einen so hartnäckigen Dauerregen erlebt zu haben. Früher hatte das Geräusch des Regens immer eine beruhigende Wirkung auf sie gehabt und sie hatte ihm gerne, gerade nachts gelauscht, wenn sie mit einem Buch in ihrem warmen Bett gelegen war. Aber irgendetwas an diesem Regen war anders.
Die Oberfläche des Mondsees kräuselte sich unter den Milliarden von Einschlägen und zeichnete sich nur durch seine Bewegtheit unter dem dunklen Himmel von der übrigen Landschaft ab. Schon letzte Woche war er über seine Ufer getreten. Die vier Fischerhütten unten am Steg konnte man nur noch mit einem Boot erreichen. Das ganze untere Dorf war überschwemmt und in den meisten Kellern stand das Wasser meterhoch, da halfen auch die über viertausend Sandsäcke nichts, die die Freiwillige Feuerwehr Schattenbach vor zwei Wochen begonnen hatte zu verteilen.
Linda hatte sie von ihrem Zimmer aus dabei beobachtet. Sie hatte Thomas gesehen, wie er mit zwei Sandsäcken beladen den Erlenweg hinunter gelaufen war. Ganz fremd und erwachsen war er ihr vorgekommen, so, als wären Jahre vergangen, seit sie sich das letzte Mal gesehen hatten.
Kurz war er direkt vor ihrem Haus stehen geblieben und Linda hatte sich plötzlich daran erinnert, wie es gewesen war, als sie noch zur Schule gegangen war. Damals, vor mehr als hundert Jahren, als sie wie alle anderen Kinder in ihrem Alter keine anderen Sorgen hatte als die Bewältigung ihrer Hausaufgaben, der fast nicht auszuhaltende Umgang mit der Intoleranz ihrer Eltern und dem Verdecken einiger Pickel auf der Stirn. Linda überfiel ein Gefühl der Sehnsucht nach dieser Zeit, dieser vergangenen, eingebetteten Sorglosigkeit, die nun abgeschlossen und für immer unerreichbar hinter ihr lag. Die Sehnsucht nach einer Freundin, einem Freund, nach Thomas. Ein Schmerz, der kaum auszuhalten war, weil er so schön und lebendig weh tat.
Thomas, der sie nicht einmal besucht hatte, Thomas, der jüngere Mitschüler quälte. Sie sehnte sich nach seinem einfachem Lachen, seiner Direktheit, seiner Grobheit.
Er war kurz vor ihrem Haus stehen geblieben, dann aber weiter gegangen, ohne sich noch einmal umzudrehen. Danach war das Gefühl vorbei gewesen. Seit dem hatte sie mit aller Kraft versucht es wieder zu gewinnen, aber es war ihr nicht mehr gelungen. Nun lag das alles zurück, als wäre es das Leben eines anderen gewesen.
Irgendetwas in ihr sträubte sich vehement über die Vergangenheit nachzudenken. Sie schob es vor sich her, wie das Lernen auf eine lästige Schularbeit. Immer, wenn ihre Gedanken von alleine abglitten, wenn sie plötzlich Joachims Hand in der ihren spürte, seine großen Augen nur wenige Zentimeter von den ihren entfernt, suchte sie sich sofort einen Fluchtweg, so sehr sie sich auch vornahm, über alles nachzudenken. Denn nachdenken musste sie, das war ihr klar. Vor einer Woche war der Pater bei ihr gewesen und hatte sie mit Fragen gelöchert. Ein paar Tage bevor ihn der Herr zu sich gerufen hatte. Sie hätte ihm gerne geantwortet, aber sie konnte sich einfach nicht erinnern. Etwas sehr seltsames war mit ihr passiert, das wusste sie, aber sie schaffte es nicht auch nur darüber nachzudenken. Seltsamerweise machte sich, immer wenn sie versuchte sich auf die Zeit ihrer Krankheit zu konzentrieren, der Wunsch in ihr breit Klavier zu spielen. Es kam ihr so vor, als suche ihr Unterbewusstsein einen anderen Weg sie zur Wahrheit zu führen, da es über einen direkten anscheinend nicht möglich war. Zumindest fühlte es sich so an.
Unten in der Wohnstube stand ein altes verstimmtes Instrument. Es klang fürchterlich und drei Tasten blieben hängen, wenn man sie drückte.
Linda hatte sich vor- und während ihrer Krankheit niemals für Musik interessiert. Das Klavier war seit ihrer frühen Kindheit nichts weiter als ein Einrichtungsgegenstand für die ganze Familie gewesen. Ihr Vater wollte es aus den gleichen Umständen nicht verschrotten lassen, aus denen er die grässlichen selbstgemalten Bilder seiner Mutter im ganzen Haus hängen ließ; es war ein Teil seiner Kindheit und er wollte sich nicht eingestehen, dass es ihn nicht mehr gab. Irgendwie gab es ihm ein reines Gewissen, dass war ihr klar und sie hatte sich mit ihrer Mutter früher oft hinter dem Rücken ihres Vaters darüber lustig gemacht, aber sie konnte sich keinen Reim darauf machen, warum sie plötzlich das kaum zu unterdrückende Bedürfnis verspürte die Tasten des Klaviers zu berühren, kurz nachdem es begonnen hatte zu regnen. Irgendwo in ihrem Kopf machte sich immer deutlicher eine Melodie bemerkbar, die herauswollte. Bruchstückhaft gab sie sich zu erkennen. Jedesmal wenn Linda durch irgendein Geräusch an ihren Klang erinnert wurde, schien es ihr für Augenblicke als habe sie Begriffen was mit ihr passiert war, als der neunjährige Joachim an diesem heißen Sommernachmittag zu ihr gekommen war. Als wäre die Melodie der Schlüssel zu allem.
Leider schien es ihr unmöglich die komplette Melodie zu erfassen. Gebrochene Phrasen brachte sie am Klavier zusammen, einzelne Töne, von denen sie wusste, dass sie stimmten, aber keine zusammenhängende Tonreihe, die einen Sinn ergeben hätte.
Donner grollte, ein Schlag und kurz darauf verwandelte sich das Fenster vor Lindas Augen durch einen hell züngelnden Blitz für Sekunden in ein schwarz- blaues Fotonegativ. Die fast schwarzen Wolken ballten sich im Licht bedrohlich über das ganze Firmament und Linda war es, als könne sie in den dunklen Schatten lachende Fratzen sehen. Fratzen von launischen Wettergöttern, die sadistisch darauf warteten ihr Spiel zu beginnen, die aufgeladenen Kräfte endlich zu entfesseln, sie alle unter höhnendem Gelächter zu vernichten. Linda schauderte.  Wie spät es wohl war?  Später Nachmittag, früher Abend vielleicht, trotzdem war es dunkel wie mitten in der Nacht und kalt wie im tiefsten Winter.
Linda zog die Decke enger um ihre Schultern. Und plötzlich spickte etwas mit einem dumpfen Schlag gegen die Fensterscheibe, dass sie nervös zusammenzuckte.  Zuerst dachte sie, es hätte zu hageln begonnen, wie letzte Woche. Aber dann wiederholte sich der Vorgang und Linda konnte mit zusammengekniffenen Augen erkennen, dass dort draußen, direkt unter ihrem Fenster jemand stand. Eine Gestalt mit hoch geschlagener Kapuze.
Thomas. Das war ihr erster Gedanke und ihr Herz begann zu pochen. Wieder schlug ein Kiesel gegen die Scheibe. Linda zögerte. Sie sah genauer hin, konnte aber so gut wie nichts erkennen. Mit einem mulmigen Gefühl öffnete sie das Fenster.

hinzugefügt 09.08.2010 um 22:59 von Fabian

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YouTube Mashup: Werewolf (Completed) [Zum Artikel]


Was passiert eigentlich, wenn die Solomon R. Guggenheim Foundation, kurz Guggenheim Museum, gemeinsam mit Youtube zu einem Kunstwettbewerb aufruft? Kunst-Elite trifft Massen-, nun ja, Kunst? “YouTube Play – eine Biennale für kreative Videos“ heißt das Ganze und es dürfen sich all jene angesprochen fühlen, die sich im aufblühenden Bereich der Online-Videos als talentierte Künstler wägen. Bei aller Liebe zur künstlerischen Entfaltung, sollte es jedoch nicht verwundern, wenn sich so manch kreativer Kopf zwischen den Abermillionen potenzieller Mitbewerber doch etwas eingezwickt fühlt. Nichts desto trotz haben zwei männliche Stecknadeln aus Berlin den Sprung in den Heuhaufen gewagt, mit wenig Konzept und dennoch viel Gefühl. Auf der Suche nach einer hörbaren Version von CocoRosies „Werewolf“ auf YouTube, sind sie per Zufall auf mehrere Tanz-Videos zu eben diesem Lied gestoßen. Kurzerhand haben sie die schönsten Sequenzen herausgepickt und mit fließenden Übergängen zu ihrem eigenen Kunstprodukt zusammengefügt, welches nun unter dem Titel „werewolf (completed)“ auf, wo sonst, YouTube bestaunt werden kann und auch sollte. Viel Vergnügen!

Text: Laura Puglisi

hinzugefügt 07.08.2010 um 12:28 von reiner

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http://www.denkfabrikat.net/artikel/youtube-mashup-werewolf-completed
Tripmeister Eder [Zum Artikel]
(via Salon Hermes, FM4)


Neben "Nein Mann" wird das wohl DER Sommerhit 2010. Voll LASER und so. Die Goazwerge von HGich.T werden wir künftig fix im Auge behalten.


LYRICS
Tripmeister Eder - Tutenchamun - Goa Goa MPU, ja!?



wenn die polizei vorbei fährt, ja! ja
dann halt ich erst mal an, ja! ja
nehm ne ziese aus der schachtel, ja! ja
und spiel auf harmlos nach schema f, ja! ja
haben sie was getrunken, ja! ja
fragt mich die polizei, ja! ja
ich schrei ganz laut nein, ja! ja
ich hab tierisch durst, ja! ja
haben sie drogen genommen, ja! ja
doch da fällt mir was ein, ja! ja
zuhause auf dem sofa, ja! ja
hab ich alles da, ja! ja

ein polizist mit elfen-ohrn, ja
mit diesen elfenohrn schreibt er was auf..
ein polizist mit elfen-ohrn
mit diesen elfenohrn schreibt er was auf..

meine name ist garfield, ja! ja
ich war schon immer da, ja! ja
und jetzt bin ich auch da, ja! ja
und du bist auch da, ja! ja
wir sind beide da, ja! ja
zusammen in the universe, ja! ja
zusammen mit der polizei, ja! ja
ich erzähl ihm ihm was von salbei, ja! ja
eukalyptus und menthol, ja! ja
ich bin unschuldig, ja! ja
like manitu, ja! ja
das ist der killa, ja! ja

ein polizist mit mustern drauf, ja
mit diesen mustern drauf sieht er gut aus..
ein polizist, ja mit mustern drauf
mit diesen mustern drauf sieht er gut aus..

hilfe ich werd` verhaftet, ja! ja
ich hab doch nur pappen da, ja! ja
hilf mir shiva, hilf mir goa, ja! ja
hilf mir psytrance, ja! ja
goa goa goa mpu, ja! ja
u u u u u goa-zwerg, ja! ja
goa goa goa mpu, ja! ja
u u u u u hara rama, ja! ja
plötzlich leuchtet mir ein schwein, ja! ja
mitten in die fresse rein, ja! ja
viel zu hell der sonnenschein, ja! ja
ich mach schnell die augen zu, ja! ja

ein polizist mit laserschwert, ja
mit diesem laserschwert schreibt er was auf.. ahh
ein polizist mit laserschwert
mit diesem laserschwert schreibt er was auf..

ein lächeln kommt vom herzen hoch, ja! ja
ein lächen von tuenchamun, ja! ja
ick bin tuenchamun, ja! ja
tut tut tut tut, ja! ja
ich hab pappen, ja! ja
ich hab mit den pappen gar nichts zu tun, ja! ja
tut tut tuenchamun, ja! ja
ich hab sie gefunden, ja! ja
gestern abend im auto, ja! ja
seit dem suche ich nach euch, ja! ja
ich brauch dringend hilfe, ja! ja
im auto läuft immer goa, ja! ja

ein polizist mit krallen dran, ja
mit diesen krallen dran hebt er was auf..
ein polizist, ja mit krallen dran
mit diesen krallen dran, ja hebt er was auf..

in parchim gibts ne polizei, ja! ja
ich fahr erst mal los, ja! ja
gedanklich bin ich schon da, ja! ja
von der liquid time zur shiva moon, ja! ja
von der fullmoon hoch zur ostsee, ja! ja
von der reeperbahn nach hause, ja! ja
im scheißsaal eingepennt, ja! ja
das problem in dem system, ja! ja
ist das system, ja! ja
das system ist das problem, ja! ja
das system hat keine eier, ja! ja
das system ist im system, ja! ja
ich hab kein problem, ja! ja
ich bin schizophren, ja! ja
ich bin das system, ja! ja

ein polizist steht mit seinen eltern da
mit seinen Eltern (da) will er nach haus..
ein polizist steht mit seinen eltern da aaahhh...
mit seinen Eltern uuuhhh... will er nach haus..

ich hab mich angeschnallt, ja! ja
ich ich hab mich weggeknallt, ja! ja
ich hab mich voll verknallt, ja! ja
ich bin gar nicht da, ja! ja
ick bin äh.. fata morgana, ja! ja
all die dummen schweine, ja! ja
All die boring schweine, ja! ja
gehen an der leine, ja! ja
all die boring schweine, ja! ja
hören gar kein goa, ja! ahh..
goa goa hhh.., ahh..
hare hare rama, ja! a..
hare hare goa, ja! aahh..
hare hare rama, ja! ahh
goa goa hare,
hare

Quelle: hgicht.de

hinzugefügt 06.08.2010 um 21:02 von klausmoped

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Elektro Guzzi [Zum Artikel] Eine Band, die Techno spielt? Die gibt's wirklich. Die drei gelernten Musiker der Wiener Tanzband Elektro Guzzi beweisen mit ihren Minimal-Soundexperimenten zurzeit weltweit, dass man mit Gitarre, Bass und Drums sehr wohl Techno produzieren kann. Live improvisiert, ohne vorgefertigtes Klangmaterial, mit der Bühnenperformance einer Rockband. Bernhard Hammer, Jakob Schneidewind und Bernhard Breuer begeistern damit seit 2004 Horden von Tanzwütigen in ganz Europa. Erst im Mai veröffentlichten sie ihr gemeinsam mit Patrick Pulsinger produziertes erstes Album. Das Debüt ist geglückt, erhöhter Pulsschlag und Tanzvergnügen garantiert. Einmalig.



Elektro Guzzi @ Poolbar Festival 2010
HEUTE, 6. August 2010

Ab 22 Uhr im Pool

Text: Stefan G. Meier // Poolbar Magazin 2010

hinzugefügt 06.08.2010 um 17:34 von klausmoped

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sinn:frei #2 Pratersauna [Zum Artikel]

Sinn:Frei kämpft für die Freiheit der Sinne! Nach der erfolgreichen Premiere im Mai wird jetzt ordentlich nachgelegt und eingeheizt. Das starke Lineup garantiert am 5. August erquickende Stunden bei Barbecue, Sonne und Pool, in der Nacht dann auf der Tanzfläche vor den fetten Boxen in der Pratersauna.


NOCH BEI SINNEN?

Der Effekt geht ab wie eine Rakete. Seit 2000 sind die kreativen Herren aus dem Rheintal aktiv und in Sachen House, Tec/Deep-House, Minimal und Techno erfolgreich unterwegs. Die zwei talentierten Künstler überzeugen durch ihr Feingefühl für die elektronische Musik, ihre Hellhörigkeit der Szene und dem Partyvolk gegenüber und den Auftritten an Veranstaltungen wie der Streetparade Zürich, Klangwelt, Open Air St. Gallen und Lunatic Mission. Gute Musik, viele Releases und so.

Como Damar entdeckte schon im Jahr 1992 seine Liebe zur elektronischen Musik. Früher Raver, dann bekannter Veranstalter, heute DJ und Produzent. Damar spielt deepen Techhouse - durchgehend einfach treibend und immer zum Augenschließen und Träumen angehaucht. Aus der Schweiz und so.

Mit Local Hero Rantanplan (Schönbrunner Techno/FilterQueen) an den Turntables lässt sichs gut und lange tanzen, soviel schon jetzt. Der dreht ordentlich den Bass rein. Weitere Worte überflüssig und so.

Die stadtbekannten Denkfabrikat-Residents reißen die Stimmung garantiert ans Maximum. Anfang Sommer zeigten Minz, Gru, Tobias Wark, Der Eindimensionale Raum und Discomaster Console bereits beim Poolbar Festival in Feldkirch und Wien, dass sie mit ausgeklügelten Bassgeflechten fruchtbar gut Tanzwut säen können. Das Kollektiv Denkfabrikat kennt man von heißen Nächten im Wirr Nachtcafe, Elektro Gönner, Cafe Leopold, Rauch Club, Planetarium, dem Camera Club und eben aus der Pratersauna. Straight forward und so.

Parallel verwöhnen Außer:Atem, Laut:Malerei und Nichtkunst hoffentlich viele Augenpaare mit zauberhafter Lichtkunst. Die VJs haben sich in Wien bereits einen mehr als guten Ruf erarbeitet. Freuet euch: Mindblowing visual art und so.


DJs

Rantanplan (Schönbrunner Techno//FilterQueen)

Como Damar (Mikroton//Sickness)

Der Effekt (Effekt Rec.//Mikroton)

Der Eindimensionale Raum LIVE (Mensch Mike//Denkfabrikat)

Discomaster Console (Denkfabrikat)

Tobias Wark (Denkfabrikat)

Groovekracker (Gru & Pfefferminz//Denkfabrikat)


VJs

Nichtkunst (CTRL Z//Denkfabrikat)

Außer.Atem (Denkfabrikat)

laut.malerei (Denkfabrikat)




Bei schönem Wetter öffnet die Pratersauna bereits um 14 Uhr die Tore. Am Nachmittag wird zum gemütlichen Sonnenbad bei Barbecue, Poolaction und chilligen Beats von Groovekracker geladen. Bikini, Badehose und Sonnenhut nicht vergessen :) [3,- one way]

Mit Sonnenuntergang beginnt dann die große Feierei unter Dach. Bis es wieder hell wird.


TICKETS

3,- < 20:00 > 5 ,- < 00:00 > 8,- // ab 18

Wir verlosen 2x2 Gästelistenplätze. Bitte Mail mit Betreff "Hella von Sinnen" und vollem Namen bis spätestens 4. August um 20 Uhr an michael[ät]denkfabrikat.net. Viel Glück!

INFO

http://sinnfreiheit.soup.io/
http://www.facebook.com/sinnfreievents
http://www.soundcloud.com/christian-eisn
http://www.comodamar.com/
http://www.myspace.com/dereffekt
http://www.soundcloud.com/tobias-wark
http://www.soundcloud.com/gru
http://www.soundcloud.com/pfefferminz
http://www.soundcloud.com/discomaster-console
http://www.mikroton.org/
http://www.denkfabrikat.net/

hinzugefügt 03.08.2010 um 22:31 von klausmoped

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Poolbar Festival: Poetry Slam [Zum Artikel] Ein Poetry Slam ist ein Dichterwettstreit. Wortspielereien -  von Spoken Word über Mundart bis zu Kabarett. Wie jeden Sommer stellen sic hauch heuer wieder zahlreiche Sprachkünstler aus dem Dreiländereck dem gnadenlosen Urteil des Publikums. Fünf Minuten komprimierter Wortwitz, ausgeklügelteSprachstrategie. Durch Applaus wird entschieden, welche Kandidaten ins große Finale einziehen.

„Poetryslam ist Begeisterung, ist Herz, ist Adrenalin pur, ist der 100 Meter Sprint der Literatur“, bringen es die Hosts Markus Köhle und Mieze Medusa auf den Punkt. Heute laden sie zum Slam im Pool.

hinzugefügt 03.08.2010 um 19:10 von klausmoped

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See What Happens? [Zum Artikel]
Aufmerksamen Freunden des Kurzfilms dürfte "See What Happens?" bereits ein Begriff sein, beim heurigen "Vienna Independent Short Film Festival" lief der Beitrag von Wolfgang Pielmeier in der Kategorie "Tres Chic". Wolfgang blieb derweil nicht untätig und zeigte mit dem flotten Trailer des "Lost in Vienna 2010" Festivals ein weiteres Mal sein Können.

SEE WHAT HAPPENS? from Wolfgang Pielmeier on Vimeo.


Laut telefonieren, was vom Chinesen bestellen und schmatzen: Leider gibt es noch immer Menschen, die den Kinosessel mit ihrer Couch verwechseln. Was mit solchen Leuten passiert, seht ihr in diesem außer Konkurrenz laufenden Kurzfilm des Regensburger Regisseurs und VIS-Festivalmitarbeiters Wolfgang Pielmeier. Quelle: VIS

Am Rande noch eine weitere Empfehlung.  Heute (30.7.) findet die Premiere zweier weiterer gewichtiger Wiener-Untergrund-Kurzfilme statt. Das Schikaneder zeigt die Filme "Frühstück ans Bett" und "Die Verantwortung des falschen Versprechens". Für ihre Leistungen wurde das Team schon mit dem Oscar der Freitagsrunde ausgezeichnet, der Preis einer Lehrveranstaltung, bei der den Studenten die Grundlagen des Filmemachens näher gebracht werden. Dominik Gubi trug zur Realisierung der beiden Projekte entscheidend bei, sowohl bei Regie, als auch in den Bereichen Kamera und Schritt brachte er seine Fähigkeiten zum Einsatz. Dominik ist beim Denkfabrikat kein Unbekannter, schon für die Aufzeichnung unseres Videointerviews mit dem Modepalast zeigte sich der Student der Kommunikationswissenschaften verantwortlich.
 Eintritt ist frei, los geht das ganze ab 21:00. Das Filmteam ist anwesend.

hinzugefügt 30.07.2010 um 17:29 von reiner

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verWIRRt in Feldkirch [Zum Artikel] Danke Feldkirch!









hinzugefügt 28.07.2010 um 17:28 von klausmoped

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Friend of the Night [Zum Artikel] Vom Gefühl der Übernächtigkeit bis zum Durchbrechen schreiten Lehnen durch die Nacht. Was im Nachhinein wie ein entfernter Traum wirkt, ist ein dramaturgischer Glücksgriff.


Die Mehrheit der Songs auf diesem Album wurde zwischen Mitternacht und den frühen Morgenstunden geschrieben.“ Lehnen möchten mit ihrem Zweitwerk ein „Gefühl der Isolation in einer schlafenden Stadt ausdrücken“ und dem Hörer „das Gefühl geben, der Einzige zu sein, der wach ist“. Was sich laut Pressetext nach einer wohligen Schnarchpartie anhört, entkräften Lehnen zu Beginn in einem Rausch aus drei unaufhörlich treibenden Rocksongs zwischen Alternative, Postrock und Indie. Just im Moment höchster Spannung lockern sie jedoch den Griff und lassen eine zweiminütige Unterbrechung aus atmosphärischen Nachtgeräuschen, schließenden U-Bahn-Türen und einem großen Rauschen folgen.


Das ist nicht minder erstaunlich wie gewagt. Der eigenen Erfahrung nach ist es fast immer der vierte Track vieler uninspirierter Rockalben, der zusätzliche Dynamik erzeugen und dadurch einen ersten Durchhänger umgehen soll. „Awake“ macht das genaue Gegenteil. Dort, wo die eigentliche Maxime erwartet wird, wo sich alles auftürmen muss und auf einen Punkt hinstreben soll, beginnen Lehnen wieder bei Null. Dieser übernächtigen Aufgeregtheit begegnen wir anschließend kein zweites Mal, was nicht zwangsläufig heißt, dass die Platte nur noch vor sich hin plätschert. Wie nach einem Stromausfall fährt „Coma“ mit erstmals elektronischen Einflüssen wieder an, verlangsamt das Tempo und gibt der Platte so einen neuen Einschlag. Was zuvor noch facettenreicher Rock war, ist nunmehr zunehmend rhythmischer Wave, vermehrt macht sich auch der melancholische Charakter der CD bemerkbar. Der langsame Schlusstitel „Ghost Town“ endet dann im Regen. Dabei entsteht ein wohliges Gefühl, gleich dem Beobachten niederprasselnder Regentropfen aus einer sicheren Umgebung heraus. Zugleich ist dieser Zustand aber auch ein trügerischer, denn mit den letzten Albumklängen geht auch ein Verblassen der Erinnerungen einher. Die reinigende Wirkung des Regens schwemmt die gesammelten Eindrücke hinfort und hinterlässt ein weißes Blatt im Kopf des Hörers. Was dennoch bleibt, ist ein schlüssiger 40-minütiger Soundtrack zur Nacht, der keinen herausragenden Höhepunkt hat, aber einem cleveren Gesamtkonzept folgt. „Awake“ endet mit hypnotisierendem Plätschern, das die vergangenen Stunden der Nacht wie einen einzigen Traum erscheinen lässt. (7/10)

Diese Kritik ist auch im aktuellen thegap-Magazin erschienen. Mehr von thegap und mir gibt es hier. Lehnen gibt es auch auf Facebook, das Denkfabrikat und thegap sowieso.


hinzugefügt 17.07.2010 um 16:36 von reiner

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http://www.denkfabrikat.net/artikel/friend-of-the-night
verWIRRt im Rauch [Zum Artikel]
Lust auf Verwirrung?
Nachdem das Kollektiv Denkfabrikat mit der Partyreihe "verWIRRt" im Wiener Untergrund alle Vorstellungen übertraf, führt der Weg nun über den Arlberg in den wilden Westen. In Feldkirch wird am 24. Juli mit ordentlichen Basslines und saftigen Beats eingeheizt!

Techno, Minimal, Electro und House at its best, from Vienna with love. Man darf gespannt sein, welche Tracks die vier Djs Tobias Wark, Mido, Matthias Klein und Discomaster Console aus der Millionenstadt mit in die Montfortstadt bringen. Nichkunst und Elektro_Meier (ver)zaubern dazu visuell.

DJs

MATTHIAS KLEIN ####

TOBIAS WARK ####

Aufgewachsen in der deutschen Techno-Peripherie und späterer Wahlwiener mit Hang zur tiefen Musik. Bewegt sich in seinen Sets in der Schnittmenge aus Techno, House und Dubstep.

MIDO ####

DISCOMASTER CONSOLE ####

Maximal Minimal Michael. Die verlegte Musikrichtung besteht meist aus einem Mix aus Minimal, Tech House bis hin zum straighten Techno. Natürlich mit viel Freude und Hingebung zusammengestellt.


VJs

NICHTKUNST ####

ELEKTRO_MEIER ####



Entry: 5 Euro, ab 18

Info: http://www.denkfabrikat.net

FB: http://www.facebook.com/event.php?eid=114664111878327

/// house, minimal, techno, tech house, electro, electro house

hinzugefügt 17.07.2010 um 12:56 von klausmoped

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http://www.denkfabrikat.net/artikel/verwirrt-im-rauch-club-feldkirch
Moonbootica saves the night! [Zum Artikel]

Spätestens seit der Nachtschwärmer-Hymne „Der Mond", die Moonbootica 2007 zusammen mit Jan Delay veröffentlichten, sind die Hamburger DJs in der elektronischen Musikszene allen ein Begriff. Und darüber hinaus.

Heuer feiern die „Men of the Future" von Moonbootica das 10-jährige Jubiläum ihrer gemeinsamen Apokalypse hinter den Plattentellern. Obwohl mittlerweile zu internationalen Stars avanciert, sind die Hamburger Musikgenies KoweSix und Tobitob aber noch nicht - wie man meinen möchte - bis zum Mond abgehoben, sondern stets am Boden und auf dieser Welt geblieben.

Die Party-Beschwörungsformel - eine gute Portion Electro und House - funktioniert allemal. Auch wenn sich Moonbootica in einem Jahrzehnt stets weiterentwickelt haben, darf man immer noch futuristisch anmutende Sets erwarten. Mittlerweile so verspielt und unberechenbar, dass es fast außerirdisch wirkt. Außerirdisch gut, wohlgemerkt. Und mit Partygarantie. Das musikalische Ziel ihres Labels Moonbootique scheint eine Art Disco zu sein, wie man sie sich vielleicht in der Vergangenheit für die Zukunft gewünscht hätte. Es geht weiter. Immer weiter. Über alle Grenzen hinweg und hinaus in die Nacht, die es zu retten gilt.

Auch wenn der gewaltige Sound direkt vom Mond stammen könnte, darf man die Moonboots getrost zu Hause lassen - es wird zwar extraterrestrisch gut, aber sicher nicht kalt. Im Gegenteil.

In einem Interview beim Urban Art Forms Festival vor zwei Jahren (wo sie auch heuer zu den Headlinern zählten) meinten Moonbootica einst, dass sie eigentlich nur wegen der Käsekrainer nach Österreich kommen. Mal sehen, ob sie auch Vorarlberger Käsknöpfle lieben lernen.

(Stefan G. Meier)

Moonbootica
17. Juli 2010
Poolbar Festival Feldkirch
Support: Struboskop


Auch erschienen im Poolbar Magazin 2010 // poolbar.at

hinzugefügt 14.07.2010 um 14:10 von klausmoped

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http://www.denkfabrikat.net/artikel/moonbootica-saves-the-night