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2 Urban Art Forms 2010 - ReviewNun ist es wieder mal soweit. Das Urban Art Forms Festival 2010 ist Geschichte. Viele Basslines dröhnten durch die fette Anlage, viele Bierbecher wurden nicht mehr zurück gegeben, viele Kopfschmerzmittel wurden genommen und es wurde wenig geschlafen. Im Folgenden gibts nun mein persönliches Festivalreview für alle Daheimgebliebenen. Alles fing schon am Donnerstag um 8 Uhr morgens an, als R. aus Feldkirch (Ja! Derselbe R. wie beim Pratersaunabericht.) vor unserer WG in Wien stand. Da sein eigentlicher Gastgeber auf die ersten Weckversuche nur mit einem furchterregenden "Fahr ab, Mann!" antwortete, nahm ich mich mit Freuden unseres Besuches an. So kam es, dass bereits um 9 Uhr das erste Bier gekippt wurde. Nachdem schließlich auch der Morgenmuffel wieder senkrecht stand, konnte es eigentlich los gehn. Natürlich versäumten wir aber den Zug mit dem wir insgesamt nicht ganz eine Stunde bis nach Wiesen gebraucht hätten. Stattdessen nahmen wir den nächsten und waren zirka zwei Stunden später endlich im schönen Burgenland angekommen. Der Shuttletransfer zum Festivalgelände funktionierte dann total unkompliziert und einfach. Dort angekommen holten wir uns sofort unsere Festivalbänder und suchten uns einen Campingplatz der uns geeignet schien. Es sollte sich herausstellen, dass wir einen nahezu perfekten Platz erwischten. Er befand sich quasi in Schlagdistanz zu allen wichtigen Orten des Festivals (WC, Duschen, Stages, Buffet). Nachdem das Zelt im strömenden Regen aufgebaut wurde, baten wir um Asyl unter dem Pavillon unserer Nachbarn, welches uns natürlich gewährt wurde. Es wurde viel getrunken und versucht den Regen aus den Köpfen zu verdrängen, da wir wussten, dass es in den nächsten Tagen ärgstens bergauf gehen würde mit der Quecksilbersäule. Schließlich schleppten wir unsere durchnässten Körper aufs Festivalgelände runter, wo auch schon das Drum & Bass Warm Up am Laufen war. Alles in Allem wars ein gemütlicher erster Tag. Etwas Musik gehört, viele Leute getroffen, ein paar Biere geleert und nicht allzu spät wieder rauf zum Campingplatz und zusehen, dass man ne Mütze voll Schlaf bekommt, bevor der erste richtige Festivaltag losgeht. Am Freitag wurde dann für Festivalverhältnisse erstmal ziemlich lange geschlafen, weils im Zelt noch erträgliche Temperaturen hatte, da das Wetter noch immer nicht das Gelbe vom Ei war. Erst so gegen 14 Uhr lies sich die Sonne das erste mal blicken und wurde sofort mit Jubelschreien vom ganzen Campingplatz begrüßt. Erstmals kam so etwas wie Festivalstimmung auf. Selbst jetzt muss ich immer noch übers ganze Gesicht lachen, wenn ich an diese Momente denke. Wir verbrachten den Nachmittag essend, trinkend und rauchend am Campingplatz und fühlten uns richtig wohl. Niemand ließ sich die Stimmung von den teilweise wirklich schlammigen Wegen oder sonstigen Nebensächlichkeiten vermiesen. Gut gelaunt gings dann so gegen 18 Uhr runter zur Mainstage und zu Len Faki. Seines Zeichens Resident im Berliner Berghain und wohl einer der besten Techno (richtiger Techno - nicht dieses mnml Zeugs) DJs derzeit. Der Mann heizte der Crowd bereits ordentlich ein. Die Mainstage war auch schon gut gefüllt und die Stimmung ob der Sonnenstunden in einem ersten Hoch. Len Faki drückte auf die Tube als obs kein Morgen gäbe bzw. er der letzte Act des Festivals wäre, und die Leute dankten es ihm. Viel zu früh war sein Set leider schon zu Ende und wir verließen mal zufrieden den Mainfloor. Nur aus einiger Distanz nahmen wir den Sound der Japanese Popstars und von Armand van Helden wahr. Die Popstars LIVE war ja noch ziemlich in Ordnung. Aber was der Herr van Helden dann abgeliefert hat war für mich eine Katastrophe. Kaum ein Übergang hat gepasst und er spielte einfach nur einen Burner nach dem anderen. Halt Burner im Electro House / Techno-Pop Genre. Am schlimmsten wars, als er seinen Bonkers Remix ausgepackt hat. Für mich Ohrenkrebs deluxe, für die Leute die am Mainfloor abgingen pures Gold im Gehörgang. Naja, Geschmäcker sind halt verschieden. Danach wurde es dann wieder beträchtlich interessanter. Digitalism übernahmen die Stage. Und wie! Spielten mächtige Nummern aus den letzten 10 Jahren elektronischer Musikgeschichte. Wobei auch die beiden Hamburger eher dem Electro House zugewandt sind, dies aber meiner Meinung nach mit viel mehr Stil und Liebe zur Musik rüberbringen. Wie auch immer... Ihr diesjähriger Gig war durchaus gut, aber es ist eben so, dass sie 5-6 Tracks auch schon in ihrem DJ Set 2009 am UAF gespielt hatten. Und das geht einfach nicht meiner Meinung nach. Eigentlich nicht die Schuld der beiden Jungs sondern wohl eher der UAF Booker. Aber als sie die La Rock von Vitalic ausgepackt haben, das war schon ein ganz besonderer Moment. Wahnsinn wies da abging! Danach die Arrival of the Sonic Cubes Show. Eine 15 Minütige Showeinlage vor David Guetta. Wir waren gespannt. Und das zu recht. War eine großartige Show die da abgeliefert wurde mit Hammer Visuals und Hammer Sound (JEDER Minimal/House/Techno Burner der letzten Jahre wurde in einen Minimix verpackt). Am Anfang wurde versucht, eine Geschichte von irgendwelchen Würfel die auf der Erde landen, zu erzählen, was meiner Meinung nach ziemlich umsonst war. Aber wie schon erwähnt. Die Show war klasse. Dann kam David Guetta an die Reihe. Am Anfang vermischte sich der Jubel der mehreren Tausend mit dem Buhen von mehreren Hundert. Dann gings los. Der Franzose spielte bekannte Nummern, die sogar Leute weiiiiiit abseits der Szene noch kennen sollten und den Leuten hats gefallen. Wahnsinn wie die abgegangen sind. Wir ham uns das Schauspiel nur die ersten 15 Minuten gegeben und sind dann Richtung Psytrance Stage abgehauen. Dort wars dann recht fein. Ist halt nicht 100%ig mein Sound, aber die Deko und die Stimmung im Zirkuszelt bei den Goanern war schon vom Feinsten. Alle nur am stampfen und am abgehn. Schräg fand ich nur, das auf die Ottarocker BierDOSEN Einsatz verlangt wurde. Egal. Nach ner halben Stunde zirka sind wir dann zur Special Appearance Stage, die am Freitag von Boink! gehostet wurde. Was da drin abging war einfach nicht zu glauben. Leute tanzten auf Tischen, der DJ spielt die unglaublichsten Killer Tracks, JEDER nur am tanzen und hat einfach die beste Zeit seines Lebens. Lag mit Sicherheit auch daran, dass in dieser Kuppel die Dichte an verpeilten Drogenopfern im Vergleich zum Rest des Festivals ziemlich groß war. Aber egal. Die tun ja keinem was. Wir sind jedenfalls ne halbe Stunde oder sowas drin geblieben und dann wieder mal zum Zeltplatz rauf. Dort haben wir dann erfahren, dass Boys Noize und Adam Freeland gar nicht wie angekündigt die Slots getauscht haben und waren etwas frustriert, weil wir uns Boys Noize schon gern gegeben hätten. So wurde halt bis zu den ersten Sonnenstrahlen und darüber hinaus am Campingplatz gebiert und erst gegen halb 6 gings dann wieder runter auf die Afterparty Stage, die bereits von Cadenza Mastermind Luciano derbstens gerockt wurde. Für mich eigentlich der Act auf den ich mich im Vorfeld des Festivals am meisten gefreut habe. Und er hielt was er versprach. 3 1/2 Stunden hielt er die Feieranten auf Trab. Danach übernahm Mirko Loko die Plattenteller. Auch der haute feinsten Sound aus den Boxen, aber schön langsam wurden wir doch "etwas" müde und traten schließlich gegen halb 10 den Heimweg an. Beim Zelt angekommen stellte ich entsetzt fest, dass es im Zelt gefühlte 80 Grad hatte. An Schlafen in dieser Gluthitze war in dieser Situation nicht zu denken. Man möge mir bitte glauben, ich habs versucht. Unmöglich. Also wurde der Vormittag und Nachmittag bis 15 Uhr irgendwie übertaucht und dann um 15 Uhr wieder die Mainstage betreten. Dort legte gerade Yousef ein knackiges Techno Warm Up für Carl Cox hin, der dann nach ihm, eine Special-Nachmittags-Performance abliefern sollte. Allerdings ist die ganze Sache eher weniger special, wenn man weiß, dass der Carli nur Nachmittags gespielt hat, weil er am Abend bzw. in der Nacht einen größeren Gig beim Global Gathering in Polen hatte. Aber wie dem auch sei, er war großartig. Einmal mehr hat der Herr Cox bewiesen warum er den Status des Techno Giganten genießt. Die tollen Nummern die er gespielt hat (Secret Cinema - Shake your Tech Ass, Gregor Tresher - Awaking Life Inside, ...) liesen niemanden stillstehen. Es war einfach Wahnsinn zu sehen, wie voll der Mainfloor bereits um 17 Uhr war. Die Sonne schien, die Leute tanzten, jeder freute sich. So soll es sein. Nach demHerrn Cox, so gegen halb 8, sind wir dann wieder mal Richtung Zelt, um etwas nachzutanken und zu chillen. Etwas vor 22 Uhr gings dann wieder runter zum Endspurt auf der Mainstage mit Carl Craig, Sven Väth, Moonbootica und Stephan Bodzin. Der zweite Carl des heutigen Tages machte seine Sache meiner Meinung nach nochmal etwas besser als der erste Carl. Wahnsinn was Craig da für Tracks auspackte. Ich kannte keinen einzigen (zeugt davon, dass er in erster Linie Promos und unveröffentlichte Tracks gespielt hat) und ärgere mich noch immer nicht mehr Videos, zwecks Tracks identifizieren, gemacht zu haben. Als kleiner Wehrmutstropfen bei seiner Performance blieb wie immer, dass er beim Auflegen keine Miene verzog und immer nur starr in den Laptop schaute. Aber der Output machte das mehr als wett. Ganz anders ging da schon Sven  Väth an die Sache ran. Er interagierte mit dem Publikum, tanzte, lies sich feiern. Kein Vergleich zum Väth des letzten Jahres. Diesmal stimmten die Übergänge, er spielte nicht den 08/15 Techno von 2009, und er lies seine Begleiter links liegen und konzentrierte sich in erster Linie aufs Publikum und Mixen. Das war mit Abstand der beste Väth den ich je erlebt habe. Für mich DIE Überraschung des Festivals. Danach die Hamburger Jungs von Moonbootica. Oh Mann. Die holten gleich mal die fetteste Electrokeule raus die sie mit hatten und schlugen dem Publikum damit in die Fresse. Mir persönlich ob der Müdigkeit und der schweren Beine viiiiel zu heftig, aber den meisten anderen hats massiv getaugt. Trotzdem musste ich mit einer Freundin reissaus in die letzte Ecke des Festivalgeländes nehmen, um meinen Puls wieder auf normale Geschwindigkeit zu drosseln. In der chilligen, überdachten, angenehm warmen (des Nächtens wurde es schon ziemlich kalt) Ecke schlugen wir schließlich die Zeit tot, bis das Synthgewitter am Mainfloor (aka Moobootica) vorbei war. Dann kam mit Stephan Bodzin der letzte Act der Mainstage an die Reihe. Der Bremer kam wie immer mit den speziell nach seinen Ansprüchen zusammengebauten Geräten und nutzte sie auch. Was da gefiltert und mit Effekten gearbeitet wurde, war schon fast kriminell. Und immer wieder zögerte er den Drop schier unendlich lange hinaus, bis er endlich Erbarmen mit der auszuckenden Meute hatte und ihr den Bass wieder derb ins Gesicht schleuderte. Für mich persönlich hat ers fast schon ein bisschen übertrieben, aber das ist halt sein Sound. Es war auf jeden Fall gut ihn wieder mal zu erleben. Kurz vor dem Ende (5 Uhr) vom Herrn Bodzin war dann aber Schluss für mich. Die Müdigkeit nahm überhand und wir wackelten zum Zelt hinauf. Leider wurde es nichts mehr mit Afterparty Stage am Samstag mit den Flex und den Zoo Project Leuten. Nachdem Sebastien Leger schon abgesagt hatte, tats mir ganz besonders Leid, dass ich Ken Hayakawa und Catekk nicht miterleben würde. Die beiden haben die Bude nämlich letztes Jahr komplett zerstört. Aber was solls. Die nächste Gelegenheit kommt bestimmt. Nach gediegenen 3 Stunden Schlaf, die sich für mich wie ein ganzer Tag anfühlten, gings dann bereits gegen 9 Uhr Vormittags ans Zusammenpacken und langsam in die Heimat verabschieden. Ein wider aller Erwartungen und Befürchtungen ganz großartiges UAF 2010 ist zu Ende. Eigentlich hatte ich ja wegen meines fortgeschrittenen Alters nicht vor, nächstes Jahr wieder nach Wiesen zu fahren, aber das richtig gute Festivalerlebnis heuer hat mich wieder zum nachdenken gebracht. Mal sehen was so im Line Up steht nächstes Jahr... ;) Vielen Dank für die Aufmerksamkeit, auf Wiedersehen! Link zum Kopieren und Verbreiten: Artikel erstellt am 08.06.2010 um 16:07 Uhr 1197 Views, 2 Kommentare, 1 mal in den Favoriten ![]() Kommentare 2 Kommentare zu diesem BeitragA guats Stämpfle gsi! auf jedn! |
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