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1 Tous les enfants s'appellent DominiqueGestern besuchte ich Teil drei von fünf der Reihe "Fiction and Documentary" im Metro Kino. Gezeigt wurden insgesamt fünf Filme, der Schwerpunkt lag auf dem Thema "Familie". Wirklich herausgestochen ist der Film "Tous les enfants s'appellent Dominque". "Das Ergebnis eines psychologischen Schultests erzeugt einen Bruch in der bisher friktionsfreien Beziehung zwischen einer allein erziehenden Mutter und ihrem Sohn. Eine konzentrierte Geschichte, von Nicolas Silhol dicht erzählt und intelligent umgesetzt, die von Enttäuschung, Ver- und Misstrauen und der schlagartigen Veränderung einer kleinen Welt handelt." Zitat: VIS ![]() Foto: dominic-interactive.com Dieser psychologische Schultest nennt sich "Dominic Interactive" und es gibt ihn wirklich. Die Software versucht spielerisch, mittels einfachen Ja/Nein Fragen ein psychologisches Abbild der Kinder zu erstellen. Basierend auf den Ergebnissen werden weitere Entscheidungen getroffen, das Gespräch mit den Erziehungspersonen gesucht, professionelle Psychologen herangezogen. Kurzum, es werden Maßnahmen gesetzt, die der aktuellen Entwicklung des Kindes entgegenwirken sollen und versuchen es wieder auf eine andere, auf eine richtige Spur zu bringen. Nachdem Quentin bei diesem Test Symptome aggressiven Verhaltens zeigt, wird seine Mutter in die Sprechstunde geladen. Dort möchten die Lehrer die Erziehungsmethoden der alleinerziehende Mutter nicht in Frage stellen, sie nicht beunruhigen, und machen es dann trotzdem. Es entsteht ein unangenehmes Klima, dort wo der Computer unfehlbar ist und der Mensch in Frage gestellt wird. Es sind die Ergebnisse eines Computertests, die das weitere Leben der Familie beeinflussen und fortan zu verändern drohen. Wir spüren das Misstrauen der Mutter gegenüber ihrem Sohn, den bestätigten Verdacht, die anschließende Auseinandersetzung und die Versöhnung. Quentin hat Probleme einzuschlafen, dieses Mal bleibt sie länger an seinem Bett. Die letzte Szene des Films zeigt die Schulkinder beim Spielen von "Wer hat Angst vorm schwarzen Mann". Wir sehen Quentin zu wie er Kind um Kind fängt. Man erwartet, dass er bald auszuckt und Kinder schlägt, zwickt, beißt oder ohrfeigt, aber stattdessen spielen die Kinder nur ihr Spiel. So endet der Film, er gibt keine eindeutigen Antworten, so wie ein Computertest nur beschränkt Antworten geben kann. Er gibt uns Einsichten in das alltägliche Leben mit allen erdenklichen Hochs und Tiefs, dem ganzen erdrückenden Trubel, den wir Menschsein nennen. Für das Abbildende und gegen das Erklärende, dafür liebe ich diesen Film. ![]() Tous les enfants s'appellent Dominique, Frankreich 2009, 20 Min. Regie: Nicolas Silhol Den Film gibt es glücklicherweise auch auf lexpress.fr zu sehen, nur leider nicht untertitelt. Große Fremdsprachenkenntnisse sind aber nicht notwendig, die vermittelten Eindrücke sprechen für sich selbst. Die Reihe "Fiction and Documentary" findet noch einmal statt und zwar am Dienstag, den 1. Juni um 22:00 Uhr. Die Vorführung über "Weltvermessung und -entdeckung" ist wieder im Metro Kino zu sehen. Link zum Kopieren und Verbreiten: Artikel erstellt am 31.05.2010 um 14:14 Uhr 3604 Views, 1 Kommentare, 1 mal in den Favoriten ![]() Kommentare 1 Kommentare zu diesem Beitragklingt ziemlich interessant. ich werde versuchen mir den film anzuschauen. man könnte ihn evtl. auch im rahmen der kritischen pädagogik an der uni thematisieren. vielen dank dir. |
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