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5 Speedcore auf der LeinwandVonTobias Wark Vienna Independent Shorts Filmfestival 2010: "RRRHYTHM IN PICTURES!" Die Rhythmisierung des Films stand im Mittelpunkt der Vorführung im Rahmen des Vienna Independent Shorts Filmfestivals 2010. 13 Kurzfilme in 76 Minuten, unterschiedlich in der Wahl der Stilmittel, der Herangehensweise und der Qualität. Eine subjektive Nachbesprechung. Der Turmspringer betritt das Sprungbrett. Absprung. Schnitt. Rückschwung des Brettes. Schnitt. Erneutes Landen. Schnitt. Absprung. Mit einer fast hypnotischen Wiederholung von Bild und Ton schafft der norwegische Regisseur Torbjörn Skalid in seinem Werk "All in all" eine streng rhythmische Collage aus kurzen Filmsequenzen, wie sie exemplarisch für einen Großteil der im Rahmen von "RRRHYTHM IN PICTURES!" ausgestrahlten Kurzfilme ist. Ich fühle mich an die minimalistische Musik des aus Detroit stammenden Technoproduzenten Robert Hood erinnert. Ein vertrackter Rhythmus zuerst, der durch mikroskopische Veränderungen Form annimmt, fast tanzbar wird. Im Kinosaal bleibt die Stimmung verhalten. Vorhang zu und auf.
Ein wahnsinniger Sturm aus Wortfetzen und winzigen Filmfetzen prasselt auf den Zuschauer ein und treibt ihn an die Grenzen seiner Hör- und Sehgewohnheiten. Wieder denke ich an ein musikalisches Genre, um das Gehörte und seine Visualisierung zu fassen: Speedcore. Die rasend schnelle Anordnung mikroskopisch kleiner Sequenzen schafft einen neuen Betrachtungsraum. Die Wiederholung wird zum Prinzip. Monotone, ewig gleiche Schläge einer Holztür gegen einen Rahmen werden durch schrille Stimmfragmente erweitert. "Passage a l'acte", der 12-minütige Kurzfilm des Österreichers Martin Arnold setzt sich alleine aus der Verwendung einer zehn Sekunden langen original Filmsequenz zusammen. Das Zucken der Filmfiguren verlangsamt sich, ihr Stottern löst sich in einem Wort. Die letzte Sekunde des Filmes läuft ohne Unterbrechung. Eine Erlösung.
Ein tiefer Bass lässt das alte Holz des Metro Kinos knarzen. Auf der Leinwand bauen sich finnische Hafenlandschaften im Zeitraffer auf.Eisschollen jagen über die Oberfläche des Hafenbeckens. Eine kurze Unterbrechung. Schemenhafte, undefinierbare Visuals flackern, unterlegt mitwahlfischähnlichen Gesang über die Leinwand. Dann plötzlich tut sich die Ruinevon Hanasaari A auf. Die endlos lange Kamerafahrt der Regisseure HannesVartiainen und Pekka Veikkolainen durch die leeren Hallen des ehemaligen Kernkraftwerkes wirken bedrückend und bezaubernd anmutend zugleich. An manchen Stellen dringt das warme Licht der Abendsonne in die Gänge des Reaktors. Das Bild verschiebt sich zu einer kaleidoskopartigen Anordnung. Die Musik, der Rhythmus, ich nehme sie kaum noch wahr. Ein Bagger trägt einen Teil des Gebäudes ab. Mehr, und mehr verschwindet der Betonkoloss. Übrig bleibt das grelle Weiß der Leinwand. Dann ist es still. Weiterführende Links: Vienna Independent Shorts: www.viennashorts.com Informationen und Filmausschnitte zu "Hansaari A" von HannesVartiainen und Pekka Veikkolainen: www.pohjankonna.fi Robert Hood - Minus: www.youtube.com/watch?v=2pCd4b1KGys Link zum Kopieren und Verbreiten: Artikel erstellt am 30.05.2010 um 12:04 Uhr 2629 Views, 5 Kommentare, 0 mal in den Favoriten ![]() Kommentare 5 Kommentare zu diesem BeitragBin schon auf morgen Montag gespannt. "Tribute to Thomas Draschan" liest sich vielversprechend, das schau' ich mir morgen wahrscheinlich an. Bis jetzt hab ich nur gutes über die VIS gehört, freu mich schon. Ich werde auch fix mindestens noch einmal hinschauen also ich war gestern bei den animationsfilmen und war eigentlich kein schlechter film dabei... auf jeden fall lohnt sich ein besuch! Ich geb' mir heute um 20 Uhr das Tribute im Metro Kino :) Kommt wer mit? Dancing Images heute und morgen dann die Preisverleihung |
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