Solidarität
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Solidarität

Das hat mich brennend interessiert. Solidarität ist in der Berichterstattung über die Studentenproteste rund um #unsereuni allgegenwärtig. Ich wollte wissen, in wievielen Artikeln der Begriff die letzten Wochen tatsächlich vorgekommen ist und ob es eine merk- und messbare Steigerung der Begriffsverwendung gibt. Die Nationalbibliothek und eine Recherche im System von wiso-net, mit dem man im Volltext aller deutschsprachigen Zeitungen nach bestimmten Wörtern suchen kann, gaben mir die Antwort.
Ich habe die Zahl der Zeitungsartikel der letzten sechs Wochen, in denen "Solidarität" und "Solidar*" vorkommt mit der Zahl der im gleichen Zeitraum des letzten Jahres publizierten Artikeln verglichen. Der Stern bei "Solidar*" ist ein Platzhalter; Somit wurden auch Audrücke wie solidarisch, Solidaritätserklärung bzw. -bekundung, solidarisieren oder Solidarisierung berücksichtigt. Die Proteste starteten in der Kalenderwoche 44.
Natürlich kann man kritisieren, dass Störvariablen nicht ausgeschaltet wurden, das Ergebnis schon von Anfang an klar war oder das wirkliche Thema der Artikel nicht berücksichtigt wurde. Das war aber auch nicht mein Ziel. Ich wollte lediglich die einfache Häufigkeit der Artikel feststellen, in denen der Begriff "Solidarität" vorkommt. Selbiges habe ich auch mit den Begriffen Student*, Bildung*, Universität, Audimax, Krise und unzufrieden* gemacht. Die teils erstaunlichen Ergebnisse gibt's die nächsten Tage hier.
Solidarität (franz.) S. bezeichnet ein Prinzip, das gegen die Vereinzelung und Vermassung gerichtet ist und die Zusammengehörigkeit, d.h. die gegenseitige (Mit-)Verantwortung und (Mit-)Verpflichtung betont. S. kann auf der Grundlage gemeinsamer politischer Überzeugungen, wirtschaftlicher oder sozialer Lage etc. geleistet werden. Die politische Soziologie unterscheidet zwei Formen: 1) die mechanische S., die auf vorgegebenen gemeinsamen Merkmalen einer Gruppe beruht (z.B. Geschlechtszugehörigkeit), und 2) die organische S., deren Basis das Angewiesensein aufeinander (z.B. auf Spezialisten in hoch-arbeitsteiligen Gesellschaften) ist. Quelle: Schubert, Klaus/Martina Klein: Das Politiklexikon. 4., aktual. Aufl. Bonn: Dietz 2006.
Berücksichtigte Zeitungen: Falter, Format, Kleine Zeitung, Kurier, Neue Kärntner Tageszeitung, Neue Kronen Zeitung, Neues Volksblatt, News, OÖ Nachrichten, Die Presse, Profil, Salzburger Nachrichten, Der Standard, Tiroler Tageszeitung, Vorarlberger Nachrichten, Wiener Zeitung, Wirtschaftsblatt; Neben vielen anderen Verdiensten kann man der Bewegung um #unsereuni zukünftig also auch hoch anrechnen, dass das Miteinander der Menschen wieder ins Licht der Berichterstattung gerückt wurde. Und das in kalten Zeiten wie diesen, in denen jeder sein eigenes Süppchen kocht. Text und Grafiken: Stefan G. Meier

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Artikel erstellt am 10.11.2009 um 17:41 Uhr
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Kommentare
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2 Kommentare zu diesem Beitrag


Stefan, voll coole Recherche! Sehr interessant.
12.11.2009 um 02:06  

Danke dir! Die nächsten Tage gibt's hier noch mehr davon.
12.11.2009 um 14:26  
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