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Schon wieder - Amoklauf in Ludwigshafen

Schon wieder gab es einen Amoklauf  an einer deutschen Schule. Diesmal in Ludwigshafen bei Mannheim. Diesmal gab es Gottseidank "nur"einen Toten. Wenn man das überhaupt sagen kann. Da läuft doch irgendwas verkehrt?! Winnenden ist gerade mal ein knappes Jahr her. Damals starben 15 Menschen. Und der Amokläufer selbst.

Müssen wir uns daran jetzt gewöhnen? Dass einmal im Jahr ein junger Mensch durchdreht und um sich schießt oder sticht?
Das Erschreckende ist vor allem die allgemeine Ratlosigkeit im Angesicht dieses Phänomens. Im Angesicht seines Schreckens.

Es ist ein schwieriges Thema. Vor allem auch deshalb, weil jeder weitere Fall auch ein weiteres Beispiel, eine weitere Vorlage für Nachahmer darstellt. Man kann nicht NICHT darüber in den Medien berichten. Auch wenn es sicher unterschiedliche, bessere und schlechtere Herangehensweisen der Berichterstattung gibt.

Wieso häufen sich die Fälle von Amokläufen? Vor allem wieso von Amokläufen an Schulen? Verübt von jungen Menschen!?

Die Computerspiele waren lange ein sehr populärer Schuldiger. Das Thema hatten wir im Abitur. Ich finde das ist zu einfach gedacht. Das Problem ist komplexer. Genauso könnte man Autos verbieten. Die hat auch Jeder. Und sie sind sicher gefährlicher, wenn man rein quantitativ auf die Zahlen der Todesopfer schaut. Das wäre makaber. Find ich auch.

Nein. Die Quantität, die Zahl der Todesopfer allein, kann nicht das Richtmaß sein.

Es ist ein Unterschied ob Menschen durch einen Unfall oder durch den Entschluss eines anderen Menschen sterben.

Die Öffentlichkeit scheint das auch erkannt zu haben. Viel schlimmer ist, dass alle Täter der Vergangenheit offenbar Zugang zu Schusswaffen hatten. Waffen. Sie gehören verboten. Wer braucht in diesem Land Waffen? Die gehören in die Hände der Polizei. Wenn überhaupt. Die Lobby  der Waffenbesitzer scheint nicht gerade klein zu sein. Die Politik sieht von einem generellen Schusswaffenverbot weiterhin ab. Bis jetzt jedenfalls. Ein generelles Waffenverbot wäre sicher gut.

Es wäre aber trotzdem nicht die Bekämpfung der Ursache. Es wäre die Bekämpfung eines Symptoms. Im aktuellen Fall benutzte der Täter keine Schusswaffe. Er benutzte ein Messer.

Eine "positive" Entwicklung gibt es in diesem jüngsten Fall. Der Täter lebt noch. Er kann darüber Auskunft geben, was ihn und vieleicht auch die anderen Amokläufer in eine so tiefgreifende Verzweiflung getrieben hat, dass er tötet.

In diesem Fall waren es wohl die Noten.

Man sollte ihm gut zuhören. Man sollte ihm geben was er nach dieser Tat am wenigsten verdient und doch mit ihr erzwungen hat. Nur eben im richtigen Rahmen.

Die Rede ist von AUFMERKSAMKEIT.

Die Plattform dafür sollten nicht die Medien sein.

Alle schreien nach ihr, nach der Aufmerksamkeit. Den ganzen Tag. Sie schreien von allen Seiten. Die Werbung. Die Produkte. Der Markt. Die Medien selbst.

Die Täter schreien verzweifelt. So verzweifelt, dass sie dafür töten.



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Artikel erstellt am 18.02.2010 um 16:58 Uhr
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Kommentare
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2 Kommentare zu diesem Beitrag


Irgendwie will nicht in meinen Kopf, dass man als junger Erwachsener in Deutschland so verzweifelt sein kann, andere Menschen aus Aussichtslosigkeit und Frust zu töten. Diese Täter besuch(t)en Schulen, haben Bildung und waren bisher auch nie verwaist oder ähnliches, wenn ich das richtig mitbekommen habe. Sicherlich kenne ich die persönlichen Beweggründe dieser Herrschaften nicht im Detail, nur glaube ich eher, dass das zentrale Problem ist, dass Menschen diese Schwelle, also das Töten eines anderen, so schnell erreichen und auch immer wieder überschreiten. Und mit jedem Amoklauf scheint es "legitimer" für Verzweifelte, diesen Weg zu wählen.
22.02.2010 um 01:03

ok, Umlaute scheint die Seite noch nicht zu moegen, anyways hoffe ich dass man es lesen kann
22.02.2010 um 01:04