Provenzalisches Gedankengeflirre
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Provenzalisches Gedankengeflirre



Wolkenloser azurblauer Himmel zerfurcht von orgelndem Propellerlärm, gleißende Hitze über dem Pool, Grillen und Zikaden wechseln sich ab mit lautem Gesäge, in der Ferne knatternde Motorräder, Täubchengurren auf Zypressenwipfeln, kühlendes Wassernass. Lavendelwölkchen verbreiten das Gefühl von Ruhe und Reinheit. Das Silber der Olivenblätter macht die dahinterliegende Mauer kostbar. Thymiangeschwängerte Winde umsäuseln dahindösende Gemüter.Weiche Wellen streicheln sanft die Haut. Im Schatten des Maulbeerbaumes wälzt sich wohlig eine weiße Katze.

Geiferndes Hundegebell aus der Nähe, hässlichbekannte Geräusche dringen ans Ohr und stinkender Rasenmäherabgas beißt sich in die Nasenschleimhäute. So sind sie, die Pariser, müssen am Sonntag die Wiese mähen, als ob das provenzalische grüne Gestrüpp ein englischer Rasen wäre. Müssen Schweiß spüren um sich mächtig in der wildwuchernden Landschaft zu erleben. Da lacht sich der Einheimische eins in den Pastis und raucht gemütlich seine Zigarette zu Ende. "Mon dieu, toujours ces Parisiens". Kaum dem sauberen Vorgartenkleinbürgertum entronnen, holt es einen selbst im provenzalischen Hinterland ganz schnell ein. Nachdenklich stimmt es. Wegmachen möchte man es. Naja, für ein paar Wochen friedliche Koexistenz, schließlich holt einen doch der Frieden dieser traumhaft sinnlichen Landschaft ein.




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Artikel erstellt am 11.07.2010 um 15:25 Uhr
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