Kreissäge zum Frühstück
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Kreissäge zum Frühstück

Es war so: Im Studentenheim, in dem ich die ersten drei Jahre meiner Studienzeit in Wien hauste, wurde ein zweistöckiger Aufbau angekündigt. Große Baustelle also. Laut und so. Als Obfrau-Stellvertreter der damaligen Heimvertretung, versuchte ich mit meinen Mitstreitern in Gesprächen mit Hausverwaltung und Architektenteam, den Schaden für die Bewohner so gering wie möglich zu halten. Finally und just in time - bevor die Baustelle kam - zog ich im Sommer in meine eigenen vier Wände. Gerade noch zur richtigen Zeit, dachte ich zumindest damals.

Strahlend blauer Himmel. Sonntag. Uns gefiel die Wohnung sofort. Schön hell, mit ein bisschen Sonne. Ruhig und zentral gelegen. Groß und neu. Altbau, wie wir es uns gewünscht hatten. Mit ein wenig Grün auf der anderen Straßenseite. "Wird da in nächster Zeit gebaut?", fragte ich den Makler. Zitat: "Vielleicht eine Tiefgarage. Wenn, dann aber erst in sehr ferner Zukunft", so der äußerst seriös wirkende Herr. Wir glaubten ihm.

Eingezogen sind wir dann ungefähr einen Monat später. Wir waren noch keine Woche in unserem neuen Heim, fuhren auch schon die Bagger vor. Und wie!

Bautafeln wurden aufgestellt. Massig Lärm.

Nicht, dass nur eine Tiefgarage geplant gewesen wäre. Eine mit zwei Etagen musste es sein. Mit fünf Stockwerken obendrauf. So schaut's aus.

Seit dem bin ich gestresst. Ich bin genervt.

Jeden Morgen wache ich mit Baustellenlärm im Ohr auf, seit letztem Sommer. Kreissäge zum Frühstück. Presslufthammermelodien zum Aufwachen. Riesige Betonmischer und permanentes Hämmern. Und brummende Lastkraftwagen.
Tagsüber keine ruhige Minute, außer am Sonntag. Im Herbst zwei Schichten Arbeiter pro Tag, von aller Herrgottsfrüh bis in die Nacht. Dass ich ein Nachtmensch bin, macht die Sache auch nicht erträglicher. Wie sich der Baustellenlärm wohl auf meine Gesundheit auswirkt, wenn ich in den Morgenstunden schon eine unvitale Portion Kreissäge zu mir nehme? Im Schlaf und dann den ganzen langen Tag.

Der Presslufthammer schremmt auch jetzt, was das Zeug hält.

Und die Kreissäge kreischt...

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Artikel erstellt am 09.03.2010 um 14:59 Uhr
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Kommentare
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4 Kommentare zu diesem Beitrag


was tun? oda nicht. oda doch? tu es! ;)
11.03.2010 um 16:28

hättest du lieber ein banjo im nebenzimmer? na also
12.03.2010 um 14:24

doch, banjo wär mir echt lieber.
15.03.2010 um 00:58

zweite baustelle. einer fräst die straße auf.
23.03.2010 um 15:00
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