Helmut Seethaler und das MQ
Das Wiener Museumsquartier verklagt Helmut Seethaler wegen schwerer Sachbeschädigung auf mindestens 3900 Euro Schadensersatz. Der Zettelpoet hatte einige der Gehsteigplatten vor dem MQ mit einem Stift beschrieben, die meisten seiner Zeilen sind längst verwittert, der Rest geht nach Seethalers Aussage mit Schwamm und Billigreiniger weg. Das MQ , seines Zeichens Stätte für Kunst und Kultur, will aber nun die Gehsteigplatten austauschen lassen und Seethaler wird am 18.2. ins Gericht zitiert. Da er die Strafe unmöglich bezahlen kann, droht ihm ein Jahr Haft.

Ist es vorstellbar, dass das Wiener Landesgericht Helmuth Seethaler für ein Jahr ins Gefängnis wirft, weil er GEDICHTE schreibt?! In vielen europäischen Städten ist er ein mehr als gern gesehener Gast und man nimmt seine Gedichte als Kunst wahr. In Österreich will man die Wahrheit nicht hören und gibt sich kleinkariert und pedantisch. Und damit zerstört man einen Mann, der nichts weiter will, als die Menschen mit seinen Gedichten zu erfreuen, sie zum nachdenken zu bringen und weiterzu(k)leben. Herr Seethaler ist am Ende und drückt das zumindest schriftlich so aus:
Ich denke, dem ist nichts mehr hinzuzufügen - Ich jedenfalls hoffe auf einen Freispruch - ich müsste mich sonst einmal mehr für unser Land schämen.
Oeffentliche stellungnahme (mittels 1000er mails,faxe und in ganz wien angeklebter zettel)zu meiner 3.500. ANZEIGE wegen gedichte im oeffentlichem raum:Da verklagt mich die groesste kulturstaette oesterreichs (die 7.groesste der welt)
Weil ich wagte apaar meiner gedichte auf den gehsteig VORM museums-quartier zu schreiben:
Wegen schwerer sachbeschaedigung. (3.900 euro: wegen AUSWECHSLUNG des GEHSTEIGS!!)
Die gedichte sind laengst verwittert u.waeren mit einfachsten putzmittel in 5 minuten restlos abwischbar!
Die hoch subventionierte gross-kulturstaette vernichtet einen kleinen, mittellosen, aber beruehmt-beruechtigten Dichter, der seit 35 jahren ueberall im sprachraum seine texte plakatiert und mit stiften auf baustellenwaende schreibt.
Bisher gab es nur wenige Verurteilungen.
Nun droht 1 jahr gefaengnis!
Es ist die schwerste anklage meines lebens und ich habe angst.
Es trifft mich in einer zeit,
In der ich taeglich ums weiter(k)leben kaempfe:
Ich hab nichts mehr. Nichts fuer essen. Nichts fuer klebebaender. Nichts fuer kopien meiner neuen gedichte. Die letzten euros gab ich aus fuer dieses flugblatt.
Nun bin ich am ende und erwarte tief traurig,gebrochen und gedemuetigt meine verurteilung am
Do.den 18.2.2010
Um 11 uhr
Im landesgericht Wien 8
Wickenburggasse 22
Saal 101/1.st
Wenn wer will, dass es mich und meine Gedichte weiter gibt:
PSK 7 975 059
Blz 60 000
helmut seethaler
A 1200 wien
Wasnergasse 43/8
Tel 330 37 01
www.hoffnung.at
hseethaler@gmx.at
Artikel erstellt am 15.02.2010 um 16:36 Uhr // 1373 Views
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