Die Bücherdiebin

Letzte Woche verschlang ich innerhalb von drei Tagen die 592 bewegenden und berührenden Seiten des Werkes „Die Bücherdiebin” von Markus Zusak. Selten hat mich ein Buch derart gefesselt und emotional mitgerissen, was bis zum Fließen einiger Tränen führte. Nicht zuletzt regt die Geschichte zu einer Auseinandersetzung mit dem Tod an, denn der Erzähler der Geschichte ist der personifizierte Tod höchstpersönlich.

Markus Zusak erzählt uns die Geschichte eines deutschen Mädchens, das in der Zeit des Zweiten Weltkrieges bei Pflegeeltern aufwächst. Dazu schlüpft der Autor in die Rolle des Todes, der uns das Leben von Liesel Meminger schildert und dabei erstaunlich viel Herz zeigt. Die Charaktere werden mit einer liebvollen Sanftheit beschrieben und selbst die durchgehend fluchende Pflegemutter muss man in sein Herz schließen.

Das schwarze „Handbuch für Totengräber”, das bei der Beerdigung ihres Bruders aus der Tasche des Lehrlings in den weißen Schnee fällt, ist Liesels erstes Diebesgut und stellt den Grundstein für eine tiefe Verbindung zu ihrem Pflegevater dar. Gemeinsam lernen sie die Macht und Faszination von Worten kennen. Als Liesel nach einer Bücherverbrennung ein heil gebliebenes Werk aus der Asche stiehlt, nimmt eine seltsame Verbindung mit der Frau des Bürgermeisters, die den gefährlichen Diebstahl beobachtet, seinen Anfang. Von anfänglichen Lesestunden in der Bibliothek der Frau, geht Liesel zu geduldeten Bücherdiebstählen über. Mit der Zeit stellt Liesels wertvollster Besitz ein Stapel gestohlener Bücher dar, den sie sogar bei Bombenangriffen in den Luftschutzkeller trägt.

Das Mädchen wird von Charakteren umringt und begleitet, die sehr einfühlsam gezeichnet sind. Der Tod erzählt uns von Rudi, Liesels bestem Freund, der den schwarzen, amerikanischen Marathonläufer Jesse Owens bewundert und mit Kohle beschmiert einen einsamen Marathon läuft. Wir lernen Hans und Rosa Hubermann kennen, die den unglaublichen Mut aufbringen einen Juden in ihrem Keller zu verstecken. In der Einsamkeit des Kellers trägt Max, der ehemalige Straßenboxer imaginäre Ringkämpfe mit dem Führer aus und schließt Freundschaft mit Liesel.

Am Rande- später immer intensiver- das Geschehen des Zweiten Weltkrieges, das unserem Erzähler, der immer mehr Seelen davontragen muss, Lust auf Urlaub macht.

Es ist eine zutiefst menschliche Geschichte, die trotz ihrer starken Emotionalität nicht im Geringsten kitschig wirkt. Ein richtiges „Lieblingsbuch", das ich hiermit wärmstens weiterempfehle.



Artikel erstellt am 24.02.2009 um 19:14 Uhr // 1276 Views





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2 Kommentare zu diesem Beitrag


dank deiner zeilen kann ich mich richtig in das geschehen fühlen. ich werd mich auf die suche nach dem buch machen...
26.02.2009 um 12:05

muss ich mir gleich holen gehen
27.02.2009 um 15:09