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1 Dritter Mediengipfel in Lech am ArlbergZum mittlerweile dritten Mal fand im beschaulichen Lech am Arlberg ein Mediengipfel statt. An zwei Tagen diskutierten Persönlichkeiten aus Politik und Medien über die Zukunft des Qualitätsjournalismus bzw. über das Ende des Kapitalismus in seiner unkontrollierbaren Form.
(Gastgeber Gerhard Walter (Lech-Zürs Tourismus) (ganz links) mit den Referenten (v.l.) Carl-Eduard Meyer (news aktuell), Andreas Pfeifer (ORF), Birol Kilic (neue Welt), Alexandra Föderl-Schmid und Oscar Bronner (Der Standard), Hermann Petz (Moser Holding), Erna Cuesta (ATV) sowie Peter Kropsch (APA) Die Diskussion "Über das Ende des Kapitalismus, wie wir ihn kennen - die Auswirkungen der Zeitenwende auf die Politik Europas und Österreichs!" war hingegen interessanter zu verfolgen, auch weil für mich eine unbekanntere Materie als es die Journalismus- bzw. Medienwelt ist. Leider war unter den Diskutierenden (Susanne Glass - ARD, Melinda Crane - DW TV, Gabrielle Grenz - AFP, Thomas Mayer - Der Standard, Elmar Oberhauser - ORF, Hanno Settele - ORF, Serafettin Yildiz - Dichter, Schriftsteller) kein einziger Wirtschaftler und nur ein einziger Gegner dieser vorherrschenden Weltordnung. Der türkische Dichter und Schriftsteller Serafettin Yildiz verurteilte den Kapitalismus, alle anderen sahen ihn als willkommen, in seiner derartigen Form aber als zu überdreht. Es wurde gesprochen von der Zähmung des Kapitalismus, das System an sich als Bereicherung der Gesellschaft verstanden. Eine Bereicherung selbstverständlich für viele Millionen, eine Benachteiligung für den Rest der Welt. Kapitalismus als Lebenswert steigerndes System, nichts anderes als Kolonialismus und Imperialismus in neuem Gewand, nur subversiver und schon lange nicht mehr anhand von sichtbaren Waffen erkennbar. Warum sollte sich am System auch etwas ändern, solange es die Bereicherung einzelner fördert und dieses Streben nach "mehr" als oberste Maxime versteht. Wer viel verdient, der ist etwas, der hat es geschafft in unserer Gesellschaft. In dieser Runde wurde der Schritt weg vom Kapitalismus als realitätsfremd gebrandmarkt, als philosophisches Denken abgetan. Diese Krise war ein erster empfindlicher Schlag, die Lehren werden aber erst gezogen, wenn das System endlich zusammenbricht und tot ist, wenn es sich selbst zerfleischt hat. Bis dahin wird weiter abgesahnt, Millionenabfindungen kassiert, und das Einkommen munter von unten nach oben verteilt. Und das gab's zu essen, von Krise keine Spur. Na Mahlzeit!
Mediengipfel am Arlberg - Der Standard Mediengipfel Lech - Pressezone.at Link zum Kopieren und Verbreiten: Artikel erstellt am 28.11.2009 um 16:20 Uhr 143 Views, 1 Kommentare, 0 mal in den Favoriten ![]() Kommentare 1 Kommentare zu diesem BeitragIn diesem Falle war Rüfikopf’s Leberkäsburger das Kreuz des Mediengipfels? Eine wirklich traurige Geschichte, gut ge- und beschrieben. |
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