123people.at sorgt für Magenschmerzen

Ja, nach Personen im Web zu suchen macht Spaß! Ja, es kommt noch immer oft zu Verwechslungen und unpassenden Vorschlägen. Ja, eigentlich war mir das immer ein wenig egal. Aber verdammt nochmal, ich will nicht zum geldschwangeren Opfer von 123people.at werden.
123people ist eine Personensuchmaschine, die öffentlich im Internet verfügbare Information zu Menschen findet. Ein speziell entwickeltes Suchverfahren ermöglicht es Usern, Fakten über Freunde, Bekannte oder Prominente in unterschiedlichen Internetquellen aufzuspüren. Im Suchergebnis sieht der User unterschiedlichste Daten der gesuchten Person auf einen Blick: Bilder, Videos, Telefonnummern, E-Mail Adressen, Social Network Profile, Wikipedia Resultate und vieles mehr. Quelle: 123people.at
Die Personensuche 123people.at durchforstet das Internet und spuckt in weiterer Folge schön übersichtlich die gefundenen Ergebnisse aus. An sich ist das keine große Besonderheit. In Zeiten in denen der Großteil der Internetnutzer mit Suchmaschinen umgehen kann, denkt 123.people die Idee (Spock / USA oder Yasni / GER) nur konsequent weiter, und liefert die bisweilen fehlende österreichische Präsenz. Der Selbstversuch führte zu wahrlich gemischten Gefühlen. Eines vorweg, 123.people durchforstet das Internet, ist aber nicht in der Lage, nicht freigegebene Fotos einzusehen. Bei meiner Recherche entdeckte ich neben Beiträgen (DF, GAP, FURCHE) auch YouTube Videos und mehrere Fotos. Darunter auch ein Flickr-Foto, das mit einem Tag von mir versehen war. Diesen recht privaten Schnappschuss wollte ich aber nicht unbedingt der ganzen Community zur Verfügung stellen und entfernte daraufhin die Markierung.
123search.at
Gute zwei Wochen später trifft mich aber noch immer der Schlag. Obwohl der Tag entfernt wurde, ist mein Bild noch immer auf 123.people gespeichert! Werden hier Daten gesammelt, oder wird die Suchmaschine von 123.people wirklich zwei Wochen lang nicht aktualisiert? Und hier fängt es an ein wenig ungemütlich zu werden. Nicht, dass ich dem österreichischen Start-Up Böswilligkeiten unterstellen will, aber ein gewisses Spiel mit der Angst um den persönlichen und nur leidlich steuerbaren Auftritt im Web traue ich 123.people allemal zu. Vor allem wenn man damit auch ordentlich Geld scheffeln kann. So richtig stutzig hat mich dann folgendes gemacht:
Defend Your Reputation!
Bei genauerem hinsehen ist in jeder Kategorie ein kleiner Papierkorb untergebracht. Folgt man diesem Link, so landet der User auf der Seite von Reputationdefender.com. Für € 15 - monatlich wohl gemerkt - übernimmt die Firma meine Repräsentationssorgen im Internet. Sie entfernt dann peinliches, rufschädigendes und andere Unangenehmheiten. Wenn wir wieder an den Anfang zurückkehren, dann unterstelle ich 123.people meine Daten, trotz Entfernung auf der ursprünglichen Seite, weiterhin zu speichern und mich somit dauerhaft "angreifbar" zu machen. Dass diese Suchmaschine also Daten sammelt und in weiterer Folge anbietet, diese so vertraulichen Daten für ein Entgelt endgültig (haha!) zu löschen, regt mich ziemlich auf. Und rechtlich bekommt das Ganze nochmal eine andere Dimension. Hallo Datenschutz? Meedia.de schreibt über 123people folgendes:
Wer sich registriert, kann auf 123people ein eigenes Profil anlegen und die Seiten anderer User mit Tags und Kommentaren versehen. Durch verschiedene Sicherheitseinstellungen kann man bestimmen, inwieweit das eigene Profil von anderen Usern verändert werden kann. "Es ist bis zu einem gewissen Grad möglich, selbst zu bestimmen, was andere Internet-User erfahren sollen", erklären die Macher. Soll heißen: Wer hier mitmacht, kann sich um Schadensbegrenzung bemühen. Auf Wunsch löscht 123people aber auch das Profil. Die über Google und andere Such-Anbieter organisierte Web-Suche bleibt davon natürlich ausgenommen. Unsere Meinung: Zwar sammelt 123people nur und erstellt selbst keine Inhalte. Doch auch aggregiertes Material (und der zusätzliche User Generated Content) kann für Privatpersonen unangenehm werden. Quelle: meedia.de
Eine eigene Registrierung habe ich nicht vorgenommen, über die haarsträubend ungenauen AGB traue ich mich nicht drüber. Hinter dem Start-up 123people mit Firmensitzen in Wien und New York werkt die i5invest GmbH. Die Suchmaschine wird durch platzierte Werbung und kostenpflichtige Angebote finanziert. Comments anyone?


Artikel erstellt am 17.11.2008 um 17:53 Uhr // 2006 Views





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